KKA auf Facebook KKA auf twitter KKA auf youtube KKA auf flickr

Das Bundeskanzleramt (BKA) und KulturKontakt Austria (KKA) zeigen ab 11. März 2019 unter dem Ausstellungstitel "White Noise" Werke folgender Artists in Residence, die auf Einladung von BKA und KKA seit Jänner in Wien leben und arbeiten: Meta Drčar (Slowenien), Shoshana Kessler (United Kingdom), Vikenti Komitski (Bulgarien), Sandra Lieners (Luxemburg), Jiajia Qi (China) und Nikolche Slavevski (Mazedonien).Ausstellung:Eröffnung:  11. 03. 2019, von 17.00 bis 19.00 UhrAusstellungsdauer: 12. – 21. 03. 2019Ort: BKA-Veranstaltungsraum, Concordiaplatz 2, 1010 WienMontag bis Freitag geöffnet von 10.00 bis 17.00 UhrEintritt frei!Das Bundeskanzleramt stellt in Kooperation mit KKA Residence-Stipendien in Wien zur Verfügung. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden im Rahmen des Artists-in-Residence-Programms vom BKA gefördert und von KKA beratend und organisatorisch begleitet.Zur Ausstellung:Den

Artikel

 Presse

März 2019

White Noise: Werkpräsentation der Artists in Residence 01/2019


Das Bundeskanzleramt (BKA) und KulturKontakt Austria (KKA) zeigen ab 11. März 2019 unter dem Ausstellungstitel "White Noise" Werke folgender Artists in Residence, die auf Einladung von BKA und KKA seit Jänner in Wien leben und arbeiten: Meta Drčar (Slowenien), Shoshana Kessler (United Kingdom), Vikenti Komitski (Bulgarien), Sandra Lieners (Luxemburg), Jiajia Qi (China) und Nikolche Slavevski (Mazedonien).

Ausstellung:
Eröffnung:
  11. 03. 2019, von 17.00 bis 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 12. – 21. 03. 2019
Ort: BKA-Veranstaltungsraum, Concordiaplatz 2, 1010 Wien
Montag bis Freitag geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr
Eintritt frei!

Das Bundeskanzleramt stellt in Kooperation mit KKA Residence-Stipendien in Wien zur Verfügung. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden im Rahmen des Artists-in-Residence-Programms vom BKA gefördert und von KKA beratend und organisatorisch begleitet.

Zur Ausstellung:

Den Auftakt des Artists-in-Residence-Programmes 2019 machen die Werke sechs unterschiedlicher Künstlerinnen und Künstler, die dennoch einige Verknüpfungspunkte aufweisen. In ihren Werken vereint sie die Suche nach Leerstellen – im Raum, in der Gesellschaft oder in der Sprache. Die meisten ausgestellten Werke fordern auf unterschiedliche Positionen einzunehmen. Sie stellen kritische Fragen zum Mediengebrauch und der Rezeption von Architektur, sammeln Spuren um sie anders zusammenzusetzen und laden dazu ein, Wien neu zu erleben und sich mit dessen Geschichte auseinanderzusetzen.

Um Österreich und seine nationalsozialistische Vergangenheit geht es in Shoshana Kesslers Arbeit. Die Schriftstellerin versucht, ausgehend von der Spannung zwischen der Repräsentation der Shoah als historisch greifbares Ereignis und deren gleichzeitigen Unbegreiflichkeit, die individuelle Antwort auf eine kollektive Geschichte zu verhandeln. Sie setzt persönliche Familiengeschichte mit während der Residency gesammelten Forschungsergebnissen zu einer fragmentierten Erzählung zusammen, die in Form eines Kartenspiels und eines Handbuches ausgestellt wird. Das Spiel präsentiert eine neue Schriftart, die während ihres Aufenthaltes in Wien entwickelt wurde. Sie orientiert sich sowohl an der Ästhetik als auch am Manifest des Wiener Jugendstils und den europäischen Ausprägungen der Strömung sowie am Hebräischen.

Nikolche Slavevski versteht sich als politischer Künstler, der durch seine Werke am Geschehen in Mazedonien teilnimmt, gegen Missstände rebelliert und künstlerisch Widerstand leistet. Seine Arbeiten versetzen uns oft in eine frühere Epoche der Revolution und des Klassenkampfes, reagieren aber durch die Motive auf aktuelle politische Ereignisse und soziale Ungerechtigkeit. Sein Schaffen ist in Stil und Motivwahl voller Verweise auf frühere Werke der Kunstgeschichte, durch selbst geschriebene Texte oder ortsspezifische Installationen stellt er die Verbindung zum Heute her. In Wien beschäftigt er sich mit der Darstellung von revolutionären Köpfen und beleuchtet in einer anderen Arbeit kritisch die Informationsbildung durch Medien. Dabei interessiert Nikolche Slavevski wie aktuelle Geschehnisse dargestellt und manipuliert werden und welche Informationen uns am Ende erreichen.

Auch Sandra Lieners setzt in ihren Gemälden gerne Zitate auf Werke der Kunstgeschichte ein. Die Motive findet sie im öffentlichen Raum, von dem sie Graffitis oder auch städtische Typographien auf ihre Bilder überträgt. Einzelne Teile werden defragmentiert und neu zusammengesetzt und vermitteln so ein ganz neues Gefühl für die Stadt. In der Ausstellung vermischen sich ihre eigenen Spuren mit den Straßen Wiens. Sandra Lieners lässt immer wieder Gegensätze aufeinander prallen und verwebt sie in geschickten Collagen – konkretes Material trifft auf abstraktes, der analoge Arbeitsprozess steht einer digitalen Bildsprache gegenüber. Am Ende ist man nicht mehr sicher, was geplant wurde und was zufällig entstand.

Auf den ersten Blick scheinen Lieners Arbeiten nichts mit Vikenti Komitskis Werk gemein zu haben. Schaut man aber näher, erkennt man, dass auch er in seinen Assemblagen Referenzen  zu digitalen Prozessen auf analoge Art herstellt. In den neuesten Arbeiten setzt er gefundene Objekte mit Gitterstrukturen zusammen, „grids“, wie sie auch als Pixel die digitale Welt zusammenfügen. Humorvoll spielt er mit Wörtern und Werktiteln und verpackt diese zu raffinierter Konzeptkunst. In Wien stellt er einen Teil seiner Serie „Parallax“ aus. Wie der Titel andeutet, handelt es sich um eine scheinbare Änderung eines Bildes durch die Verschiebung der Position des Betrachtenden. Das Bild zeigt entweder eine schwarze Fläche (sozusagen eine Leerstelle) oder macht einen Text sichtbar („and sometimes not“).

Wie verständigt man sich in einem Land, in dem man die Sprache nicht beherrscht? Welche Macht hat Sprache über uns? „Leere ist das, was die Unterbrechungen des Nicht-Sinnes zulässt, in denen der Sinn durch das Vergessen des Un-Sinnes entschieden wird“, beschreibt die Künstlerin Jiajia Qi ihre Arbeit „The Blank Text“, in der sie Wittgensteins „Tractatus“ rekonstruiert. Ohne Deutsch zu verstehen, setzt sie den Text nach Vorlage der englischen Übersetzung neu zusammen und transformiert vermeintlich Unlogisches. Dabei verwendet sie den Text selbst um die Leerstellen der Sprache visuell aufzuzeigen. Oft erforscht Jiajia Qi Interaktion – zwischen Betrachtendem und Werk, Raum und Gesellschaft. Dabei verpackt sie tiefe Themen mit einer Leichtigkeit und verstecktem Humor, wenn sie zum Beispiel Vitamin D-Tabletten gegen den in Mitteleuropa vorherrschenden Mangel sammelt und nachformen lässt, oder den Winter Wiens in einen Raum packen möchte.

In vielen Arbeiten Jiajia Qis spielt der Raum und die Wahrnehmung dessen eine wichtige Rolle und diese Fragen finden sich auch in Meta Drčars Installationen wieder. Ihre größte Inspirationsquelle ist die Architektur. Wo die Künstlerin in früheren Arbeiten Tänzerinnen und Tänzer im Raum choreografierte, sind es nun die Betrachtenden, die von ihr in Bewegung versetzte Performende werden. Der Körper dient ihr auch bei den neueren Arbeiten als Werkzeug zur Vermessung des Raumes, als skulpturales Element. Ortsspezifisch setzt sie sich mit der jeweiligen Architektur auseinander und antwortet ihr mit ihren Skulpturen. Um diese sollte man sich bewegen und unterschiedliche Positionen einnehmen, um so neue Formen zu erkennen und seine Wahrnehmung vom Raum zu verändern. Werk und umgebende Architektur sind untrennbar verbunden.

Text: Lena Violetta Leitner, Künstlerin, Kuratorin


Über die Artists in Residence:

Meta Drčar | Slowenien
Die slowenische Künstlerin Meta Drčar lebt und arbeitet in Paris. Ihren Bachelor in Bildender Kunst machte sie am Central Saint Martins, College of Art and Design, London und ihren Master im Bereich Tanz-Theater am Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance, London. Drčar schafft performative Skulpturen, die die sie umgebende Architektur aktivieren und die Auseinandersetzung der Betrachterin oder des Betrachters mit einem bestimmten Raum fördern. Im Laufe der letzten zehn Jahre bildeten ortsspezifische Live-Performances ihren Arbeitsschwerpunkt, die die Möglichkeiten der Körperbewegung und des projizierten Lichts in verschiedenen architektonischen Kontexten untersuchten. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit ist sie als Kuratorin tätig, wobei sie sich auf aufstrebende Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Disziplinen konzentriert.
www.metadrcar.com

Shoshana Kessler | United Kingdom
Shoshana Kessler ist Schriftstellerin und Druckgrafikerin mit Sitz in Oxford und London. Im Jahr 2015 war sie Mitbegründerin der Hurst Street Press, einem unabhängigen Verlagshaus und einer Druckerei, das sich der Veröffentlichung innovativer und unterrepräsentierter Stimmen in Literatur und Kunst widmet. Dabei erstellt sie Künstlerkataloge in limitierter Auflage, arbeitet sowohl als Kunstschaffende als auch als leitende Lektorin für jede Publikation und betreut bis zur Veröffentlichung Design und Gestaltung der Werke. Kessler ist Mitglied des London Centre for Book Arts und war 2017 in Paris im Georgia Fee Artist/Writer Residency.
www.hurststreetpress.co.uk

Vikenti Komitski | Bulgarien
Vikenti Komitski studierte Bildhauerei an der Nationalen Kunstakademie in Sofia. Der Künstler arbeitet mit einer Vielzahl von Medien wie beispielsweise Installation, Video und Fotografie. Komitskis Werke waren bereits in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Zu seinen Einzelausstellungen gehören u.a. „Nichts Geht Verloren“ am Goethe-Institut Sofia 2018 (in Zusammenarbeit mit Francisco Montoya Cazarez), „Nevermind The Gap“ in der Joey Ramone Gallery in Rotterdam 2017, „Update“ in der Krinzinger Galerie in Wien 2015. Hervorzuhebende Gruppenausstellungen sind unter anderem „Balkon zum Balkan“ in der Kunsthalle Baden Baden 2014 oder „Is It Free?“ in der NURTUREArt Gallery in New York 2012. Er war 2014 Artist in Residence im Quartier 21 im Museums Quartier Wien und 2012 im ISCP, New York. Im Jahr 2011 erhielt er den „BAZA-Award for Contemporary Art“. Er lebt und arbeitet in Berlin.
www.vikentikomitski.com

Sandra Lieners | Luxemburg
Die Luxemburgerin Sandra Lieners absolvierte ihre künstlerische Ausbildung an der Universität für angewandte Kunst in Wien sowie in der Malerei Klasse der Akademie der bildenden Künste in Florenz. Nach dem Studium etablierte sie sich als freischaffende Künstlerin in Luxemburg, wo sie regelmäßig ausstellt. 2017 wurde sie für eine Künstlerresidenz nach New York in die School of visual arts eingeladen und für den Edward Steichen Award nominiert. 2018 war sie zuletzt in der Einzelausstellung „Ernst & Young“ in Luxemburg-Stadt zu sehen. Sie nahm bereits an zahlreichen Gruppenausstellungen teil. Im Jahr 2018 gewann sie den Pierre Werner Preis im Rahmen der jährlichen Salonausstellung des CAL in Luxemburg.
www.sandralieners.com

Jiajia Qi | China
Die Künstlerin Jiajia Qi wurde in Zhejiang in China geboren und lebt und arbeitet derzeit in Den Haag, Niederlande. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Interactive Media Design von der Royal Academy of Art in Den Haag, Niederlande und einen Bachelor-Abschluss in Soziologie von der Zhejiang A&F University, Zhejiang, China. Sie ist seit 2018 Mitglied bei der Stiftung „STROOM Den Haag“, einem Kunstzentrum. Die Künstlerin war bereits in zahlreichen Ausstellungen in China und den Niederlanden zu sehen. Jiajia Qi war unter anderem auch als freiberufliche Autorin, Qualitätskontrolleurin für Lebensmittel sowie Datenanalytikerin tätig.
www.jiajiaqi777.com

Nikolche Slavevski | Mazedonien
Der mazedonische Kunstschaffende Nikolche Slavevski lebt in seinem Geburtsort Bitola. Er absolvierte das Gymnasium in "Josip Broz-Tito" in Bitola und schloss 2014 sein Studium mit einem Bachelor in der Klasse von Zaneta Vangeli an der Universität für Bildende Künste in Skopje ab. Slavevskis erste Einzelausstellung mit dem Titel „Paint it Red" fand 2017 im Kulturzentrum Bitola statt. Der Künstler nahm an einer Vielzahl an Gruppenausstellungen teil, zuletzt 2018 an der XII Biennial of Young Artists in Skopje. Hervorzuheben in seiner Vita sind auch das „Pop Up AKTO Festival“ 2017 in Mazedonien, das „3rd International Painting Exhibition for Artists and Art Teachers“ 2017 in Evora, Portugal oder „40 Years DLUB" 2014 in Bitola, Mazedonien. Er war in der linksorientierten Bewegung "Solidarity" aktiv, ist Mitglied des Initiativvorstandes und des Zentralkomitees von „Levica“ (The Left) und Mitglied der Marxistischen Organisation „CRVENI“ (REDS), einer Sektion der Internationalen Marxistischen Tendenz für das ehemalige Jugoslawien.
https://slavevski.wordpress.com/

Meta Drčar, Study Piece for Frame Series, Installation, 2019
Meta Drčar, Study Piece for Frame Series, Installation, 2019
©Meta Drčar
 Meta Drčar, Study Piece for Frame Series, Installation, 2019
Copyright: Meta Drčar

Dateityp: JPG
Auflösung: 657x876px
 download...
Sandra Lieners, Hühnerparadies, Öl auf Leinwand, 2019
Sandra Lieners, Hühnerparadies, Öl auf Leinwand, 2019
©Sandra Lieners
 Sandra Lieners, Hühnerparadies, Öl auf Leinwand, 2019
Copyright: Sandra Lieners

Dateityp: JPG
Auflösung: 2559x3426px
 download...
Jiajia Qi, ohne Titel, Installation, 2019
Jiajia Qi, ohne Titel, Installation, 2019
©Jiajia Qi
 Jiajia Qi, ohne Titel, Installation, 2019
Copyright: Jiajia Qi

Dateityp: JPG
Auflösung: 3066x2285px
 download...




auf Facebook teilen twitter Drucken