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KulturKontakt Austria lädt zur Ausstellungseröffnung der Künstlerinnen Marina Naprushkina aus Belarus, Maja Rožman aus Kroatien und Stela Vasileva aus Bulgarien ein.

Artikel

 Ausstellungen

Werkpräsentationen der Artists in Residence 03/2012


Zeitgenössische Kunst aus Belarus, Kroatien, Bulgarien


Maja Rožman, About Fear, 2012, 5 digital prints on self-adhesive foil, 90x90cm each
Maja Rožman, About Fear, 2012, 5 digital prints on self-adhesive foil, 90x90cm each
Maja Rožman, qrART, 2012, 3 linocuts, 51x51cm each
Maja Rožman
Marina Naprushkina, Manifest, 2012, wall painting
Marina Naprushkina, Home Aerobic, 2012, Collage, mixed media, dimension variable
Marina Naprushkina, Dialoge am Heldenplatz, 2012, Drawing and the documentation of a protest action, mixed media, dimension variable
Marina Naprushkina
Stela Vasileva, Reflection, 2012, Installation, 6 reflective foils, 157x78 each
Stela Vasileva, Flowing water, 2012, Video, colour, 9’ / loop
Stela Vasileva, After party, 2012, drawing, marker on paper, 53x43cm
Stela Vasileva, On the wall, 2012, drawing, marker on paper, 53x43cm
Stela Vasileva


KulturKontakt Austria lädt zur Ausstellungseröffnung der Künstlerinnen Marina Naprushkina aus Belarus, Maja Rožman aus Kroatien und Stela Vasileva aus Bulgarien ein. Die Kunstschaffenden sind drei Monate in Wien zu Gast bei KKA und präsentieren im Rahmen der Ausstellung Arbeiten, die während dieser Zeit entstanden sind.

Ausstellungseröffnung: 12. 09. 2012, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 13. 09. – 05. 10. 2012
Di, Mi, Fr 14.00 bis 18.00 Uhr, Do 14.00 bis 19.30 Uhr
sowie nach telefonischer Vereinbarung, t 01 5238765-43

Die aus Minsk stammende Künstlerin und Aktivistin Marina Naprushkina organisiert über ihr „Office for Anti-Propaganda“ politische Aktionen und arbeitet von Berlin aus Vertreterinnen und Vertretern der kulturellen und politischen Szene in Belarus zusammen, um die demokratischen Prozesse im Land zu unterstützen. In der Galerie ArtPoint zeigt sie Arbeiten politischen Inhalts, die während ihres Aufenthalts in Wien entstanden sind. Mit ihrer Comic-Zeichnung „Dialoge am Heldenplatz“ bezieht sie sich auf eine Protestaktion Anfang Juli in Wien. Diese Aktion richtete sich gegen die Teilnahmeditierene der belarussischen Spitzenbeamtin und Leiterin der Zentralen Wahlkommission L. Yarmoshyna an der OSZE Konferenz in Wien. Yarmoshyna steht seit 2004 auf der Visa-Sperrliste der EU-Regierungen, erhielt aber dennoch ein Visum für Österreich, was europaweit heftige Debatten auslöste. Naprushkina zeigt zusätzlich Fotos der Aktion sowie die Korrespondenz ihres „Office for Anti-Propaganda“ mit OSZE Beamten. In Zusammenhang mit der Protestaktion steht auch die Arbeit „§8“, mit der Naprushkina auf die österreichische Rechtslage betreffend die Versammlungsfreiheit verweist.
Mit ihrer zweiten Arbeit, „Home Aerobic“, nimmt Naprushkina Bezug auf die „stillen Proteste“ im Sommer 2011 in Belarus, auf die die Regierung mit Polizeigewalt reagierte und rund 2.000 Personen festnehmen ließ. Die Aufnahmen der Festnahmen – oftmals von Frauen, die nicht an den Protesten teilnahmen – überlagert Naprushkina mit Aufnahmen von Frauen aus den 1970er-Jahren, die zu Hause Turnübungen machen. Dabei geht es ihr um die Frage, wo die Grenzen zwischen Öffentlichem und Privatem verlaufen, und um die Durchdringung des Alltäglichen durch das Politische.

Maja Rožman aus Kroatien beschäftigt sich bevorzugt mit Installationen und Druckgrafik.
In ihrer Arbeit „qrART” setzt sie sich mit dem Marktwert von Kunst auseinander. Sie zeigt Linolschnittte, die sie als QR-Codes angefertigt hat und die Besucher/innen mittels App auf ihren eigenen Smartphones entziffern können. Es erscheint der Preis der Arbeiten, der dadurch  ins Zentrum der eigentlichen Arbeit rückt. Der QR-Code fungiert gleichsam als überdimensionales Preisschild. Zu ihrer Auseinandersetzung mit Kunstwerken als Prestigeobjekt und den auch am Kunstmarkt vorhandenen Marketingstrategien meint Rožman: „Owning an artwork often tends to be mainly about advertising its price rather than its dubious social values.”
Mit der Serie digitaler Prints „About Fear“ thematisiert Rožman ihre irrationale Angst vor dem Unvorhersehbaren, die sich bei ihr vor allem durch eine Motten-Phobie äußert. Durch das Beobachten und Festhalten der Bewegungen der Motten, versucht Rožman den hektischen Flug der Motten vorhersehbar zu machen, wodurch die Angst vor Motten für sie erträglicher wird.

Die Bulgarin Stela Vasileva arbeitet bevorzugt mit Objekten, Installationen, Zeichnungen und Fotografie, indem sie die Herausforderung, die das jeweilige Medium und der dazugehörige Hintergrund bieten, nutzt. Auf der Suche nach dem „reinen Bild“, konzentriert sie sich auf das Objekt per se, indem sie es gleichsam in einem leeren Raum, einer Unendlichkeit schweben lässt. So arbeitet sie in ihrer Arbeit „Reflections“ mit Spiegeln, die die räumliche Struktur des Ausstellungsraumes aufbrechen und seine Eigenheiten aufheben. Im Video „Flowing Water“ konzentriert sich Vasileva auf das Element Wasser und blendet alle Bilder, die diese Konzentration stören könnten, aus. Damit will sie zu Ruhe und Entspannung führen und an die Trancewirkung bewegter Bilder erinnern.
In ihren Zeichnungen hält sie Momente des täglichen Lebens fest. Auch hier spielt der leere Raum eine große Rolle. Vasileva stellt Menschen und ihren Tätigkeiten stark verkleinert dar und lässt den sie umgebenden Raum wie ein Vakuum erscheinen.

Das Gastatelier-Programm


KKA hat 2012 12 junge Künstlerinnen und Künstler als Artists in Residence nach Wien eingeladen. In vier Ausstellungen in der Galerie ArtPoint zeigen sie u.a. Werke, die sie während ihres dreimonatigen Wien-Aufenthalts entwickeln. Das Artists-in-Residence-Programm wendet sich an bildende Künstlerinnen und Künstler und Fotograf/innen aus Ost-, Südosteuropa und der Türkei und wird seit 1992 von KulturKontakt Austria ausgeschrieben. Seit Beginn des Programms haben sich mehr als 5.600 Künstlerlnnen beworben, 248 (inkl. 2012) Künstlerinnen und Künstler nahmen am Programm teil. Mit dem Artists-in-Residence-Programm unterstützt KKAa die Kontaktaufnahme und den Austausch der Künstlerinnen und Künstler mit der österreichischen und internationalen Kunstszene.



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