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 30 Jahre KKA

Education Reform Initiative of South Eastern Europe (ERI SEE) – Viability in Action


Es versteht sich eigentlich von selbst, dass die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Wirtschaftssystemen einer Region ein Faktor ist, ohne den es in dieser Region keinen Fortschritt für eine einzelne Volkswirtschaft geben kann. So wie der Einzelne nicht isoliert agiert, so trifft das in gleicher Weise auch für einzelne Volkswirtschaften zu. Die regionale Zusammenarbeit beinhaltet Beziehungen und Einflüsse in den unterschiedlichsten Bereichen und Themenfeldern – zwischen Menschen, Wirtschaft, Politik, Gesundheit, Umwelt und sozialen Bewegungen ebenso wie bezüglich der Entwicklungen im Bildungsbereich.

Für eine strukturierte und erfolgreiche regionale Zusammenarbeit müssen Kooperationsstrukturen vorhanden sein, die von politischen Entscheidungsträger/innen unterstützt werden und die operativen Ebenen miteinbeziehen. Sie müssen Kommunikation, Austausch und Fortschritt in verschiedenen Bereichen gewährleisten, da dies der einzige Weg ist, um sich weiter zu entwickeln.

Einer dieser Kooperationsrahmen ist die Education Reform Initiative of South Eastern Europe (ERI SEE). ERI SEE war ursprünglich mit dem 2003 unterzeichneten Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen für Südosteuropa im Rahmen des „Erweiterten Grazer Prozesses“ entstanden und stellt heute einen soliden Rahmen für die strategische Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung dar. ERI SEE wurde konsolidiert und durch mehrere Memoranden of Understanding bekräftigt (Nicosia 2003, Istanbul 2007 und Brdo 2010). Diese bestätigen jeweils das Bekenntnis und die Bedeutung der Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der Region, für die Entwicklung von Kompetenzen und persönlichen Fähigkeiten sowie für die Rolle ERI SEES als wirksames Instrument zur Unterstützung der europäischen Integration.

Die Initiative ERI SEE wurde bereits im Jahr 2003 gestartet, und es gibt zahlreiche Gründe – durchwegs Erfolgsfaktoren – für ihr langes Bestehen, ihre Funktionalität und Nachhaltigkeit.

Erstens entstand ERI SEE primär auf Basis von Bestrebungen in der Region Südosteuropa selber und basiert auf der Bereitschaft der Region zur Zusammenarbeit und zum gegenseitigen Lernen, mit einem klaren Verständnis und einer Vision für die Vorteile dieser Kooperation. Dieses Bekenntnis zur regionalen Zusammenarbeit zeigt sich in den nachhaltigen und effizienten Steuerungs- und Arbeitsstrukturen, der Beteiligung engagierter Expertinnen und Experten mit einer Vision sowie in den finanziellen Beiträgen der Gründungsländer (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Republik Moldau, Montenegro, Republik Nordmazedonien und Serbien). All das bildet die Grundlage für das Funktionieren von ERI SEE.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass das Funktionieren von ERI SEE im Laufe der Zeit durch das Vorhandensein geeigneter operativer Strukturen sichergestellt wurde.

Diese Strukturen variierten und wurden im Laufe der Zeit modifiziert. Gestartet wurde mit einer ERI SEE-Agentur mit Sitz in Zagreb, Kroatien, die im Rahmen der kroatischen Rechtsordnung tätig war, gefolgt von einem vorläufigen ERI SEE-Sekretariat mit Sitz in Belgrad. Es folgten Aktivitäten und Maßnahmen, die für eine volle Einrichtung eines ERI SEE-Sekretariats erforderlich waren und letzten Endes die gesetzliche Verankerung des ERI SEE-Sekretariats als internationale Organisation.

Diese Verankerung ist auch einer der wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung von ERI SEE, eröffnet sie doch Möglichkeiten für den Ausbau der Aktivitäten und ihre Finanzierung. Die Kontinuität mit der diese Einrichtungen jeweils ohne Unterbrechung ihre laufenden Tätigkeiten fortführten, ist sicherlich einer der Gründe, warum ERI SEE heute als anerkanntes und relevantes regionales Rahmenwerk im Bereich der Allgemein- und Berufsbildung funktioniert.

Der nächste Erfolgsfaktor, den es zu erwähnen gilt, ist die Tatsache, dass ERI SEE in ihren Aktivitäten sowohl die Ebene der politischen Entscheidungsträger/innen (Vertreter/innen der Ministerien) als auch jene der politischen Umsetzung (Vertreter/innen aus der Praxis und Expertinnen und Experten) mit einbezieht. [In den Bereichen, in denen ERI SEE tätig ist, bündelt die Organisation die wichtigsten Expertinnen und Experten in thematischen Gruppen und Netzwerken, die solide Strukturen für den aktuellen und zukünftigen Ausbau der Aktivitäten in Form von gemeinsamen regionalen Projekten ermöglichen. Einige der genannten Strukturen, etwa das South Eastern Europe Vocational Education and Training Network [SEEVET Net], wurden sogar in einer Kooperationsvereinbarung formalisiert, in der die Modalitäten, Bereiche und Bedingungen für die Zusammenarbeit festgelegt sind.] Auf diese Weise können Synergien zwischen den strategischen Zielen und ihrer Umsetzung genutzt werden.

Ein entscheidender Faktor für die Stabilität und das Funktionieren von ERI SEE war nicht zuletzt die Unterstützung durch Geldgeber — unter denen KulturKontakt Austria immer die Federführung übernommen hat — und durch europäische und internationale Partner wie das österreichische Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Forschung, der Regionale Kooperationsrat und die Europäischen Stiftung für Berufsbildung (ETF). Diese Geldgeber und Partner sind seit jeher eine zuverlässige Know-how-Quelle in zahlreichen Fragen, sei es auf politischer, organisatorischer oder auch auf fachlicher Ebene.

Tina Šarić
Direktorin
Sekretariat der Education Reform Initiative of South Eastern Europe (ERI SEE)
www.erisee.org

Tina Saric

Foto: © Heeres Film- und Lichtbildstelle



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