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Mechaniker-Lehrlinge nutzen ihre Werkstätte einmal ausnahmsweise, um mit ihren Maschinen und Arbeitsmaterialien ein Musikstück zu komponieren....

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 30 Jahre KKA

Lehrlingsausbildung und kulturelle Bildung müssen kein Widerspruch sein ...


Mechaniker-Lehrlinge nutzen ihre Werkstätte einmal ausnahmsweise, um mit ihren Maschinen und Arbeitsmaterialien ein Musikstück zu komponieren. In einem Supermarkt entwickeln Einzelhandelslehrlinge aus einer typischen Geste ihres Arbeitsalltags eine ganze Theaterszene. Friseurlehrlinge gestalten einen Internet-Blog über eine aktuelle Ausstellung im regionalen Museum Moderner Kunst. Dies alles sind Momentaufnahmen aus dem Ausbildungsbetrieb von Lehrlingen in Österreich. Sie stellen – noch – nicht die Regel dar. Gemeinsam ist ihnen aber, dass über dieses ein damit einhergehende „Lernen durch Kunst und Kultur“ auch Momente einer Persönlichkeitsentwicklung Platz in der Berufsausbildung dieser jungen Menschen bekommen. Damit angesprochene Faktoren wie „Soziales Handeln“, „Teamfähigkeit“ und nicht zuletzt „Kreativität“ eröffnen den Lehrlingen heute berufsnotwendige Zusatzkompetenzen.

Mit dem „Programm K3 – Kulturvermittlung mit Lehrlingen“ betreibt KulturKontakt Austria eine Eigenprojektreihe in der Kulturvermittlung, die speziell für den Bereich der dualen Lehrlingsausbildung konzipiert wurde. Rund 1300 verschiedene Projektvarianten mit bisher über 22.000 Lehrlingen aus 2200 Betrieben in ganz Österreich wurden seit dem Start dieser Ausbildungsinitiative 1989 umgesetzt. KKA betreibt damit kontinuierliche Entwicklungsarbeit, die Berufsschulen und Betriebe proaktiv bei der Etablierung von Momenten Kultureller Bildung in der Lehrlingsausbildung unterstützt.

Die Projektreihe wird von KKA organisiert, vom BMBWF finanziert und ist für die Beteiligten kostenlos. KKA arbeitet dabei mit professionellen Teams (Kulturvermittler/innen unter Beteiligung von Künstler/innen) in ganz Österreich zusammen. Diese entwickeln die einzelnen Projektangebote und führen sie in Abstimmung mit Berufsschule und Betrieb/en operativ durch.

Oft bieten sich Kultureinrichtungen als Durchführungsorte für die Projektarbeit an. Ein Blick hinter die Kulissen eines Museums etwa, verbunden mit Einblicken in die vielfältige Berufswelt einer Kultureinrichtung, eröffnet Lehrlingen eigene Anknüpfungspunkte. Im Idealfall eines derartigen Projektsettings werden diese außerschulischen Bildungsorte für die Jugendlichen zu vertrauten Orten, die gerne wieder besucht werden. Etwa ein Drittel aller Projekte im Rahmen von Programm K3 finden so auch in Museen statt.

Die Qualitätsentwicklungskontrolle und Koordination der gesamten Angebotspalette zur Kulturvermittlung mit Lehrlingen liegt bei KKA.

(c)KKA_Walter Kreuz

Ob bei Trickfilmworkshops, Projekten zur Medienkompetenz oder beim gemeinsamen Texten von Zeilen eines hitverdächtigen Songs über ihre Träume und ihre Realität – stets werden Teamwork, selbständiges Handeln und kritisches abstraktes Denken aktiv eingesetzt. Die Jugendlichen kreieren Werbespots, lernen die Rolle von Körpersprache kennen und testen sich bei sprachlichen Konzentrationsübungen. Es entstehen Filme und Geschichten über den Arbeitsalltag, die Berufsausbildung oder persönliche Erlebnisse. Barrieren werden abgebaut, Selbstsicherheit, Ausdrucksfähigkeit und Präsentationstechnik gestärkt sowie die Gruppendynamik unter den Lehrlingen verbessert.

Im Zentrum steht der Weiterbildungseffekt für jeden einzelnen Lehrling. Gearbeitet wird mit den Methoden der personalintensiven, aktionsorientierten Vermittlung, also in Kleingruppen, kommunikations- und handlungsbetont. In diesem Sinn ist die Projektreihe ein Beispiel zeitgemäßer Kulturvermittlung und eine ideale Ergänzung zum kompetenzorientierten Unterricht.

Die Projektarbeit im Rahmen von Programm K3 zielt auf

  • die Etablierung von kulturellen Angeboten für Berufsschüler/innen,

  • eine Bereicherung der Ausbildung mit ganzheitlichen Ansätzen,

  • die Förderung der kreativen Eigenaktivität und die Weiterentwicklung der Schlüsselkompetenzen von Berufsschülerinnen und Berufsschülern,

  • eine Beförderung der Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen mit Methoden der Kulturellen Bildung,

  • das Anbieten von zusätzlichen Qualifikationsangeboten für Betriebe in Bezug auf «Schlüsselkompetenzen» (Kommunikation, Teamfähigkeit, kreatives Denken/Handeln, Problemlösungskompetenz, Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem),

  • Impulse zu einer nachhaltigen Schul- und Betriebsentwicklung

  • sowie darauf, eine breitere Öffentlichkeit für die Kompetenzen von Lehrlingen zu sensibilisieren.


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Roman Schanner
Projektkoordination Programm K3
KulturKontakt Austria

www.kulturkontakt.or.at/K3

Fotos: © Walter Kreuz, KKA



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