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Berufsbildung ist in der Bildungskooperation mit Südosteuropa seit über 20 Jahren ein Schwerpunkt von KulturKontakt Austria.

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 30 Jahre KKA

Qualitätsentwicklung durch verbesserte Kooperation zwischen Berufsbildung und Wirtschaft


Berufsbildung ist in der Bildungskooperation mit Südosteuropa seit über 20 Jahren ein Schwerpunkt von KulturKontakt Austria. In den Jahren unmittelbar nach der politischen Wende und der damit einhergehenden grundlegenden Transformation der Wirtschaftssysteme und -strukturen in unseren Partnerländern war die Hauptherausforderung, wie Berufsbildungssysteme für Arbeitsmärkte ausbilden können, die sich gerade in einem Prozess radikaler Veränderung befinden. Mit der Wirtschaft 4.0 und ihren Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte wiederholt sich diese Herausforderung und betrifft dieses Mal nicht nur die sog. „Transformationsländer“.

Die Erfahrung der österreichischen Berufsbildung zeigt, dass eine enge Kooperation zwischen Berufsbildung und Wirtschaft und die damit einhergehende Übernahme gemeinsamer Verantwortung für die berufliche Bildung ein wichtiger Erfolgsfaktor sind, um Antworten auf diese neuen und auch auf alte Herausforderungen zu finden. Das verstärkte Interesse von Betrieben an Kooperation und der Fokus innerhalb der EU auf der Förderung dualer Ausbildung und anderen Formen von betrieblichem Lernen haben dazu geführt, dass alle Länder des Westbalkans die Stärkung des betrieblichen Lernens als eine Reformpriorität für ihre Berufsbildungssysteme identifiziert haben. Die Verbesserung der Kooperation Schule – Wirtschaft, mit besonderem Fokus auf der Nutzung von Betrieben als Lernorten, ist daher seit rund 10 Jahren ein Schwerpunkt von KKA.

Gerade die Einführung dualer Berufsbildung und anderer Formen von betrieblichem Lernen in Ländern, in denen es keine entsprechende Tradition gibt, ist ein höchst komplexer Prozess mit umfassenden Auswirkungen auf die Organisation von Lernen, Governance-Strukturen und Qualitätssicherungsmechanismen. Die „Copy-Paste“-Übernahme von Systemen anderer Länder ist zum Scheitern verurteilt, wie etliche Pilotprojekte bereits gezeigt haben. KulturKontakt Austria setzt daher zum einen auf die Förderung des Erfahrungsaustauschs und der Kooperation zwischen relevanten Stakeholdern sowohl auf jeweils nationaler wie auch regionaler Ebene.

In Kooperation mit ERI SEE unterstützt KKA zum Beispiel die „Western Balkan Alliance for Work-based Learning“ (WBA4WBL), eine Initiative, in der das Netzwerk der Berufsbildungsabteilungen der zuständigen Ministerien und Berufsbildungsagenturen der Westbalkanländer (SEE-VET Net) und das Westbalkan-Kammernetzwerk (CIF) mit dem Ziel kooperieren, die Arbeitsmarktrelevanz der Berufsbildung zu erhöhen. WBA4WBL ist aber auch ein Beispiel erfolgreicher Zusammenarbeit unterschiedlicher österreichischer Partner. BMBWF, BMDW, BMeiA, ADA, WKO und KKA haben im Rahmen des „Berlin-Prozesses“ mit Partnern aus den Westbalkan-Ländern gemeinsam an der Initiierung der WBA4WBL gearbeitet, Ressourcen gebündelt und die Kontakte zu den unterschiedlichen Netzwerken genutzt.

Zum anderen legt KKA einen Fokus auf die Stärkung der Kompetenz von Schulen in der Kooperation mit Betrieben. KKA unterstützt in Kooperation mit den jeweiligen für Berufsbildung zuständigen Ministerien und Agenturen die Einführung sogenannter Fachpraxiskoordinatoren/innen an berufsbildenden Schulen in allen WestbalkanLändern als Schnittstellen zwischen Betrieben und berufsbildenden Schulen. Insgesamt rund 300 berufsbildende Schulen werden im Rahmen der KKA-Projekte in diesem Programmschwerpunkt in der Verbesserung der Kooperation mit der Wirtschaft unterstützt. Daneben unterstützt KKA, gemeinsam mit Partnern wie der WKO und ETF, in einigen Ländern die jeweils zuständigen Ministerien und Berufsbildungsagenturen im Prozess der Entwicklung entsprechender rechtlicher Rahmenbedingungen für die systemische Einführung von betrieblichem Lernen.

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Monika Mott
Leiterin des Programmbereiches Bildungskooperation
KulturKontakt Austria

www.kulturkontakt.or.at/educoop

Foto: © Lukas Beck



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