KKA auf Facebook KKA auf twitter KKA auf youtube KKA auf flickr

“Eine Zeit, die kaum Wahrheiten hat,/kennt auch keine Tabus” (A time that scarcely holds any truths/knows no taboos). These are perhaps the first lines I translated into German for an event organised in cooperation with KulturKontakt Austria. The poem “Gelbe Bücher” (Yellow Books) by Albanian poet Luljeta Lleshanaku begins with this verse. It tells of the forbidden books that were passed on from one hand to the next during the dictatorship in Albania – always under cover and thus all the more meaningful, “the only truths – read secretly”, as the text explains, “transformed during the exchange/like the yellow books”. I translated this in 2008, the year I moved to Vienna, after spending nearly a decade living in so-called foreign countries. Back then, with the support of KulturKontakt Austria and the Literaturhaus Wien, I organised the “Albanian Days” – evenings actually – three in a row.

Artikel

 30 Jahre KKA

Statement


„Eine Zeit, die kaum Wahrheiten hat,/kennt auch keine Tabus“, diese Zeilen sind vermutlich die ersten, die ich für eine in Zusammenarbeit mit KulturKontakt Austria organisierte Veranstaltung ins Deutsche übersetzt habe. Mit diesem Vers beginnt das Gedicht „Gelbe Bücher“ der albanischen Dichterin Luljeta Lleshanaku. Es erzählt von den verbotenen Büchern, die während der Diktatur in Albanien von Hand zu Hand weitergereicht wurden – immer versteckt und daher umso bedeutender, „die einzigen Wahrheiten – heimlich gelesen“, wie es im Text heißt, „verwandelt während des Austausches,/wie die gelben Bücher“. Ich habe das im Jahr 2008 übersetzt, in dem Jahr, in dem ich nach Wien gezogen bin, nachdem ich fast ein Jahrzehnt im sogenannten Ausland verbracht hatte. Damals habe ich mit Unterstützung von KulturKontakt Austria und dem Literaturhaus Wien „Albanische Tage“ organisiert, Abende eigentlich, drei hintereinander. Drei! Es war ein richtiges Fest-ival, mit Betonung auf Fest. Begleitend erschien auch eine kleine Anthologie, in der Auszüge aus dem Werk der eingeladenen Dichter/innen erstmals auf Deutsch vorgestellt wurden. Von dreien davon publizierten österreichische Verlage in der Folge Übersetzungen ihrer Bücher, zwei davon durfte ich selbst machen: „Milchkuss“ von Mimoza Ahmeti (Otto Müller Verlag, 2009) und „Kinder der Natur“ von Luljeta Lleshanaku (Edition Korrespondenzen, 2010). Diese Übersetzungen wurden von TRADUKI finanziert, ein Netzwerk, zu dem auch KulturKontakt Austria gehört. Die Begegnung mit KKA vor elf Jahren war lebensverändernd – sowohl für die albanischen Schriftstellerinnen als auch für mich. Für sie war es der erste Schritt in eine europäische Öffentlichkeit. Bei mir gab sie den Anstoß, neben meinem eigenen Schreiben, literarisch zu übersetzen, mich also zu „verwandeln während des Austausches“.

Andrea Grill
Autorin, Übersetzerin
http://www.m-orld.org

S 44 AIR Andrea Grill_c_L.E.L. Raijmann

Foto: © L.E.L. Raijmann

 



auf Facebook teilen twitter Drucken








 Quicklinks

Literatur. Vernetzung

Jedes Jahr wählt die Jury rund 10 Autor/innen bzw. Übersetzer/innen ein, um in Wien zu schreiben und um ihnen Gelegenheit zu geben, sich dem österreichischen Publikum zu präsentieren bzw. Kontakte mit der heimischen Literaturszene herzustellen.