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Eröffnung: 11. 06. 2018Ausstellungsdauer: 12.– 21. 06. 2018

Artikel

 Ausstellungen

Werkpräsentation der Artists in Residence 02/2018


Kelly Lloyd, if you believed in me, Fotografie, 2018
Manuel Blázquez, D759 unsuspected sequence, cut-out paper 2018
ANTICAMERA, in progress, sketch, 2018
Saša Tatić, Pigment of a Balkan House, Installation, 2018
Robin Waart, Thank you, Thank you Card, 2018
Catherine Sarah Young, WildScience, 2018, Multimedia project


Das Bundeskanzleramt (BKA) und KulturKontakt Austria (KKA) zeigen ab 11. Juni 2018 Werke von Manu Blázquez (Spanien), Kelly Lloyd (USA), ANTICAMERA (Gloria Luca und Tudor Pătraşcu aus Rumänien), Saša Tatić (Bosnien + Herzegowina), Robin Waart (Niederlande) und Catherine Sarah Young (Philippinen), die derzeit als Artists in Residence auf Einladung von BKA und KKA in Wien leben und arbeiten.

Ausstellung:
Eröffnung:
  11. 06. 2018, von 17.00 bis 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 12. – 21. 06. 2018
Ort: BKA-Veranstaltungsraum, Concordiaplatz 2, 1010 Wien
Montag bis Freitag geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr
Eintritt frei!

Das Bundeskanzleramt stellt in Kooperation mit KKA Residence-Stipendien in Wien zur Verfügung. Die StipendiatInnen werden im Rahmen des Artists-in-Residence-Programms vom BKA gefördert und von KKA beratend und organisatorisch begleitet.

Zur Ausstellung:

ANTICAMERA (Gloria Luca und Tudor Pătraşcu aus Rumänien) ist ein Kollektiv, das sich mit sozialpolitisch-engagierten und politisch-kritischen Themen auseinandersetzt. „Anticamera“ kann Wartezimmer, aber auch langes Warten oder auch mehrmaliges Vorsprechen im Vorzimmer von Institutionen und Behörden bedeuten. Für Tudor und Gloria bezieht sich der Begriff aber viel mehr auf einen virtuellen Raum, an dem aktiv gewartet wird, in dem etwas passiert. In ihrer Installation sitzen sich jeweils zwei AusstellungsbesucherInnen gegenüber und können miteinander in Dialog treten ohne sich dabei zu sehen. Das Blickfeld ist durch eine verspiegelte Trennwand unterbrochen. ANTICAMERA führt dabei zum einen die Neigung von Menschen vor, die in der Interaktion mit anderen oft ihre eigenen Überzeugungen und Glaubenssysteme projizieren, was sie meist unbewusst weniger offen für die Bedürfnisse des Gegenübers macht. Andererseits steht die Arbeit als Metapher für korrupte Politiker, die zum Großteil ihre eigenen Interessen vertreten.

Für die Werkschau haben sie auch zwei individuelle Arbeiten, außerhalb des Kollektivs, entwickelt. Während Tudor für seine Zeichnungen ein Archiv von Bildern aus sozialen Medien über den Konflikt in Syrien als Vorlage verwendet, thematisiert Gloria das Phänomen der Wirtschafts- und Arbeitsmigration in ihrer skulpturalen Installation.

Manu Blázquez (Spanien) verwendet das Medium Papier als Speichermedium, er schätzt die Limitierung in Bezug auf seine unterschiedlichen Formate. Seine künstlerischen Untersuchungen fokussieren auf die Variablen von Raum und Zeit, aufgeteilt auf verschiedene künstlerische Disziplinen wie Gravur, Schrift und Architektur. Er sucht nach der Etablierung von möglichen Beziehungen zwischen Arithmetik und Geometrie und konzeptualisiert nach mathematischen Parametern; allerdings steht für ihn diese „programmierte" Arbeitsweise nicht im Widerspruch zu Intuition bzw. Schwingung, die ein künstlerischer Prozess mit sich bringt. Die Arbeit „D759, unsuspected sequence befasst sich mit einem Musikstück Schuberts, das in ein Raster aus ausgeschnittenen geometrischen Formen gesetzt wird, eine Alternative zur Zeichnung darstellend, während der Ton völlig unbedeutend wird.

Kelly Lloyd (USA) führt während ihres Aufenthalts in Wien Interviews mit KünstlerInnen und Kulturschaffenden zu ihren individuellen Lebenssituationen und Überlebens-strategien. Sie entwickelt ein Archiv und sammelt Daten wie Menschen im Kunstsektor leben und arbeiten, welchen Wert ihre Arbeit und Ideen haben. Ihre Recherche zielt darauf ab, Möglichkeiten zu generieren, die nachhaltige Lebensgrundlagen im Kunst- und Kulturbereich schaffen. „The Just Business Agency“, eine von ihr geschaffene Online Plattform soll sich durch die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zu einer führenden Business-Scouting-Agentur entwickeln.

Saša Tatić (Bosnien & Herzegowina) beschäftigte sich in ihren letzten Arbeiten ‘Homewards’ mit den Begriffen Heimat, Erbe und immateriellen Werten. Auch in Wien greift sie diese Thematik wieder auf. Die Künstlerin baut derzeit ein Haus in ihrem Heimatort und setzt sich deshalb mit ihrer Beziehung zu ihrem Elternhaus bzw. mit der Geschichte und Tradition der dort ansässigen Bevölkerung auseinander. „Der Balkan beginnt dort, wo die Fassade aufhört“ ist ein bosnisches Sprichwort. Viele neugebaute Häuser bleiben über Jahrzehnte unverputzt. In Tatić neuester Arbeit „Pigment of a Balkan House“ werden alte, zuvor verwendete Ziegel von der Künstlerin zu einem Pulver verarbeitet, das durch seine Feinheit an ein Pigment erinnert. In einen geometrischen Glaskörper gefüllt, nähern sie sich, ihrer ursprünglichen Form wieder entsprechend, dem Rahmen an. Dem signifikanten Orange der äußerlich unfertigen Gebäudeformen wird von ihr der Name "Balkanhaus"-Farbe gegeben.

Robin Waart (Niederlande) wollte sich in seinem eigenen Schaffen in Wien wiederholen. Für die Ausstellung lebt er erneut seine Neigung zu sammeln aus. Dieses Mal sind es nicht gefundene Seiten aus alten Büchern, die mit kurzen Widmungen versehen sind, oder Filmfragmente zur Poesie der Liebe, sondern die subtile Geste der Dankeskarte, die ihn dazu bewegt. Eine Formalisierung von Persönlichem und Intimen liegt seiner Intention zu Grunde. Er möchte den Begriff „Thank you“ über die Geste hinaus, bewegen, ihn aufblasen und zu einer Skulptur formen um damit seine Dankbarkeit über die inspirierenden Unterhaltungen und seine Erlebnisse während seiner Residency in Wien auszudrücken.


Catherine Sarah Young (Philippinen) ist eine interdisziplinäre Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Kunst und forciert partizipative und interaktive Projekte. Sie widmet sich universellen Themen wie dem Klimawandel, der Verteilungsgerechtigkeit und nachhaltigen Lebensmodellen. Ihre Arbeit „WildScience“ stellt den Beginn einer Untersuchung über Zusammenhänge zwischen Wissenschaft und Macht durch die Erforschung der Geschichte und des Prozesses des Schaffens dar. Sie nimmt dabei, in einer Serie von Projekten, die Stellung der Wissenschaft in der modernen Welt und die Rolle der Kunst in der Vermittlung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ins Visier. Bartholomeus Sprangers Gemälde „Minerva siegreich über Unwissenheit" (1591) über die Göttin der Kunst und Wissenschaft, welches im Kunsthistorischen Museum in Wien hängt, stellt eine zentrale Inspirationsquelle für die Künstlerin dar. In einer Welt von Fake News, ständigen Informationsmanipulationen und dem Versagen der Wissenschaft, ausreichend öffentlich durch eine verständliche Darstellung von Fakten zu beeinflussen und aufzuklären, ist dieses Bild mehr als eine klassische Allegorie und bezeichnet ein zeitgenössisches Anspruchsideal.

Text: Lia Karl (Künstlerin)

Über die Artists in Residence:

Manu Blázquez | Spanien
Der spanische Künstler Manu Blázquez hatte bereits während seiner Schulzeit Interesse an technischem Zeichnen und Graffiti. Dieses Interesse professionalisierte er während seines Studiums an der Universität Jaume I. und nach der Universität arbeitete einige Zeit als Grafiker. Danach studierte er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Bologna, wo er sein Diplom erwarb und als Assistent bei Professor Cataldo Serafini tätig war. Ende 2011 arbeitete er mit Professor Xenis Sachinis von der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Blázquez lebt derzeit in Valencia, wo er seine Forschungen über Zahlen und ihre plastischen Möglichkeiten fortsetzt. Er war bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten.
http://blazquezmanuel.com

Kelly Lloyd | USA
Kelly Lloyd aus den USA ist eine multidisziplinäre Konzeptkünstlerin. Sie hat einen M.F.A.-Abschluss in Malerei und einen Master in Visual & Critical Studies der School of the Art Institute of Chicago sowie einen Bachelor of Arts des Oberlin College. Sie war bereits in einer Vielzahl an Einzel- und Gruppenausstellungen und Performances zu sehen. Zu den jüngsten Projekten gehören eine Einzelausstellung in der Shane Campbell Gallery Chicago, die Teilnahme an der Gruppenausstellung „Fleeting Monuments for the Wall of Respect“ für das Museum of Vernacular Art in Zürich und in „Habeas Corpus“ im Indianapolis Museum of Contemporary Art.
www.k-lloyd.com

ANTICAMERA (Gloria Luca und Tudor Pătraşcu) | Rumänien
ANTICAMERA ist ein Künstlerkollektiv aus Rumänien. Die beiden KünstlerInnen Gloria Luca und Tudor Pătraşcu arbeiten mit intermedialen und interdisziplinären Methoden. 2017 trat das Kollektiv mit der Künstler kuratierten Ausstellung “VOID. Whiskey. Tango. Foxtrot”, als Teil des „ANTICAMERA and Guests“-Projektes hervor. Guests: Dan Perjovschi, Eduard Constantin, apARTe Gallery, Faculty of Visual Arts and Design, George Enescu University of Arts, Iaşi, Romania. Beide KünstlerInnen hatten auch mit individuellen Arbeiten internationale Ausstellungsbeteiligungen.

Saša Tatić | Bosnien + Herzegowina
Saša Tatić aus Bosnien und Herzegowina, lebt und arbeitet derzeit in Berlin. Sie hat einen Abschluss der Akademie der Künste an der Universität von Banja Luka und einen Masterabschluss der Bauhaus Universität (Fachbereich Öffentliche Kunst und Neue Künstlerische Strategien) als DAAD-Stipendiatin erworben. Tatić ist eine der MitbegründerInnen von "APARTMAN", dem Kunstprojekt zur Popularisierung zeitgenössischer Kunst in Bosnien und Herzegowina. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Künstlerin stellte bereits auf zahlreichen regionalen und internationalen Ausstellungen und Festivals aus.
www.sasatatic.weebly.com

Robin Waart | Niederlande
Robin Waart, Kunstschaffender aus den Niederlanden, hat einen BA und MA von der Gerrit Rietveld Akademie und Royal Academy of Arts, Den Haag. Er nützt die Wiederholung und das Sammeln als Rahmen für seine Projekte mit Büchern, Filmstills, Fotografie, Polaroids und Buchseiten. Seine Arbeiten werfen Fragen nach der (Un-)Kontinuität auf: Was bedeutet es, dasselbe immer wieder anzuschauen oder zu tun? Werke des Künstlers waren unter anderem 2017 in der Kunsthalle in Wien in der Ausstellung „Publishing as an Artistic Toolbox: 1989-2017 zu sehen.

Catherine Sarah Young | Philippinen
Catherine Sarah Young ist eine chinesisch-philippinische Künstlerin, Designerin und Autorin. Young hat einen Abschluss in Molekularbiologie und Biotechnologie (Philippinen) sowie einen Master of Fine Arts (USA). Weiters arbeitete sie als Korrespondentin für den Phillippine Daily Inquirer. Die Künstlerin arbeitet mit WissenschaftlerInnen, Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und Gemeinden - zuletzt in Südostasien, Uganda und dem Amazonas-Regenwald. Sie hat bereits an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen.
www.theperceptionalist.com



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