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Eröffnung: 12. 12. 2016Ausstellungsdauer: 13. – 22. 12. 2016

Artikel

 Ausstellungen

Werkpräsentation der Artists in Residence 04/2016


Bojan Djordjev und Siniša Ilić, Orientation in 100 revolutions, Collage, 2016
Anka Leśniak, INNA /The Other/, Skulptur, 2016
Dania Gonzalez Sanabria, Sketches, drawing, 2016
Grethell Rasúa Fariñas und Harold Garcia, Mediators Marking Experiences, Vienna Edition, Installation, 2016
Chor Guan Ng, Theremin´s Karaoke – When the Love Waltz…, Music Installation, 2016


Das Bundeskanzleramt (BKA) und KulturKontakt Austria (KKA) laden zur vierten Werkpräsentation der internationalen Artists in Residence in den Veranstaltungsraum des Bundeskanzleramtes am Concordiaplatz in Wien ein. Gezeigt werden Arbeiten von Bojan Djordjev aus Serbien, Anka Leśniak aus Polen, Dania González Sanabria und Grethell Rasúa Fariñas aus Kuba sowie Chor Guan Ng aus Malaysia. Bojan Djordjev präsentiert eine Arbeit, die gemeinsam mit Siniša Ilić (AIR 2009) entstanden ist. Grethell Rasúa Fariñas arbeitete auch in Wien mit Harold Garcia an ihrem gemeinsamen fortlaufenden Projekt.

Das Bundeskanzleramt stellt in Kooperation mit KKA Residence-Stipendien in Wien zur Verfügung. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden im Rahmen des Artists-in-Residence-Programms vom BKA gefördert und von KKA beratend und organisatorisch begleitet.

Eröffnung: 12. 12. 2016, von 17.00 bis 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 13. – 22. 12. 2016
Ort: BKA-Veranstaltungsraum, Concordiaplatz 2, 1010 Wien
Montag bis Freitag geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr

Bojan Djordjev (Serbien)
Bojan Djordjev ist Performer aus Belgrad. Er hat sein Masterstudium in Theater und Kunsttheorie an der University of Arts, Belgrad und am DasArts in Amsterdam absolviert. Weiters hat er einen Bachelorabschluss in Theaterregie der Faculty of Drama Arts, Belgrade. Derzeit schreibt er an seiner Doktorarbeit. Djordjev ist Autor, Regisseur und Darsteller. Der Künstler interessiert sich für Text- und sprachbasierte Performance. Seine aktuellen Arbeiten beschäftigen sich mit der Suche nach künstlerischen und theatralischen öffentlichen Formaten über marxistisches Denken wie auch mit der Erforschung des künstlerischen Erbes der Linken in Jugoslawien und anderswo. Im Frühjahr 2016 reiste er auf einem Frachtschiff nach Buenos Aires, um die verzweigte Choreographie des Welthandels zu erforschen. Auch während seines Wien-Aufenthaltes arbeitete Djordjev gemeinsam mit Siniša Ilić, der 2009 Gast des Stipendienprogramms war. Ilić ist bildender Künstler und Performancekünstler aus Belgrad. Seine Arbeit umfasst Zeichnungen, Malerei, Installation und Videokunst. Ihn beschäftigen soziale Phänomene und Mechanismen. So erforscht Ilić Arbeitsformen, Spannungen, soziale Gewalt und Unsicherheitszustände. Djordjev und Ilić werden in der Ausstellung den Entwurf einer neuen kollaborativen Arbeit präsentieren, der aus einer raumbezogenen rund 10-minütigen performativen Intervention besteht. Die Wandinstallation zeigt abstrakte Formen, dunkle scherenschnittartige Landkarten, die miteinander verbunden sind und so eine Art geopolitischen Atlas oder Weltkarte bilden, wie sie gemeinhin aufgrund der äußeren Formgebung bekannt sind. Gesprochene Chronologien von bekannten und unbekannten Aufständen, Unruhen und Revolutionen aus dem Beginn des XX und XXI Jahrhunderts werden in einem Raster damit verbunden. Ferne oder jüngste historische Ereignisse und nicht erkenntliche Karten werden mittels Performance in kausale Zusammenhänge gebracht und den Betrachter/innen als politisch-orientierte Landschaft vorgeschlagen.
http://bojandjordjev.wordpress.com/

Anka Leśniak (Polen)
Die polnische Künstlerin Anka Leśniak arbeitet in unterschiedlichen Stilrichtungen wie Malerei, Installation, Performance oder Videokunst. Neben Einzelausstellungen war die Künstlerin bereits an diversen Gruppenausstellungen beteiligt. Leśniak hat einen Masterabschluss der Academy of Fine Arts Lodz und der University of Lodz (Kunstgeschichte). 2016 schloss sie ihr Doktorat an der Academy of Fine Arts (Fakultät: Skulpturen und Intermedia) in Gdansk erfolgreich ab. Kerngebiete von Anka Leśniaks Schaffen sind Themen, die sich auf Geschlecht, Feminismus, ethnische Vielfalt, Ausgrenzung oder Ideologien beziehen. In der Ausstellung am Concordiaplatz wird Anka Leśniak zwei Videoarbeiten zeigen. So widmete sie sich Theresa Ries, einer anerkannten Bildhauerin und Malerin, die um die Jahrhundertwende (19/20.Jhdt) in Wien lebte und in Vergessenheit geriet. Leśniak begab sich während ihres Stipendienaufenthalts in Wien auf Spurensuche nach der jüdischen Immigrantin „als Vertreterin der österreichischen Kultur und auch als Ausländerin“. Anka Leśniak verband ihre Forschung mit zeitgenössischen Diskursen wie Einwanderung, Globalisierung, nationaler oder ethnischer Herkunft und Feminismus. Deshalb beschäftigte sich ihr Projekt auch mit zeitgenössischen Kunstschaffenden, die aus verschiedenen Orten der Welt nach Wien zogen. „Ich fragte nach den Gründen, warum sie ihre Länder und ihre künstlerische Tätigkeit dort verlassen und ihren Lebensmittelpunkt nach Wien verlagert haben.“ Besonderes Augenmerk legte Leśniak auf die Ries-Skulptur „Hexe“. Die Figur stellt eine Hexe bei der Vorbereitung auf den Hexensabbat dar. Auf Archivfotos ist zu sehen, dass die Hexe mit einer Hand eine große Schere hält, mit der sie sich die Fußnägel schneidet. Diese Hand – sie gab der Figur ihre Einzigartigkeit und ihren außergewöhnlichen Charakter - wurde jedoch abgebrochen und ist nicht mehr auffindbar. Für Leśniak führt „dieser körperliche Mangel zu einer Bedeutungslücke“. Anka Leśniak plädiert dafür, diese Lücke nicht durch Wiederherstellung der Hand, sondern durch künstlerische Aktivitäten zu füllen und so die Skulptur von Theresa Ries in einen zeitgenössischen Kontext zu stellen.
www.ankalesniak.pl

Dania González Sanabria (Kuba)
Die Künstlerin Dania González Sanabria wurde in Matanzas, Kuba geboren. Sie erwarb den Bachelorgrad in bildender Kunst an der ISA Universidad de las Artes in Havanna und an der Alanus Hochschule in Bonn. Von 2010 bis 2013 war sie Mitglied des künstlerischen Kollektives Cuarta Pragmática, geleitet von René Francisco Rodríguez. Die Künstlerin beschäftigt sich in ihren Werken mit Schöpfungsprozessen und sieht den künstlerischen Schaffensprozess als spirituell schöpferische Tätigkeit. „Ich glaube, dass Kunst die Fähigkeit hat, Veränderungen in der Gesellschaft vorzunehmen“ betont González Sanabria und möchte mit ihrer Kunst dazu anregen, sich Fragen über die eigene Persönlichkeit und die Rolle des Einzelnen in der Welt zu stellen. Über Reflexionen will sie zu einer Verbesserung des sozialen zwischenmenschlichen Gefüges beitragen. González Sanabria zeigt in der Ausstellung Aquarelle, Tuschezeichnungen sowie Fotos, die während ihres Aufenthaltes in Wien im Schloss Laudon entstanden sind. Einige von ihnen werden auf die Installation „Bramar de la hierba“ („Brüllen aus dem Gras“) Bezug nehmen, die die Kunstschaffende derzeit im Wienerwald umsetzt. „The piece will be carried out in natural space, specifically grass landslides in areas of maintenance and hunting of animals. In this space I want to create organic shapes, agglutinating the earth inside a mesh, and growing the grass above. These sculptures will be integrated in the original grass, as small hills.” Tierknochen und Hörner werden mittels Drahtnetz verbunden und durch Gras revitalisiert – ein Versuch der Rechtfertigung für vergangenes Leben. Die Grassamen schaffen – als Metapher für Lebenskraft - eine Verbindung zwischen Natur und Kunst, zwischen Leben und Tod. „Grass, in mounds, as living alters, seek to evoke the lost spirit, to offer an aura of new rebirth.“
http://studio7y60.com/?q=artist/dania_gonzalez

Grethell Rasúa Fariñas (Kuba)
Grethell Rasúa Fariñas wurde in Havanna geboren. Sie lebt und arbeitet in Kuba. Die Künstlerin absolvierte das High Institute of Art (ISA) in Havanna, nahm erfolgreich am Projekt “Cátedra Arte de Conducta” von Tania Bruguera teil (Havanna) und diplomierte an der National Academy of Fine Arts “San Alejandro” in Havanna. Zudem hat sie einen Abschluss in Geisteswissenschaften. Grethell Rasúa arbeitete während ihres dreimonatigen Aufenthalts in Wien gemeinsam mit ihrem Partner Harold Garcia an dem fortlaufenden Projekt „Mediators marking experiences“ – einem partizipativen Projekt, bei dem es um objektbezogene Erforschung von verschiedenen Lebenswelten geht. Die Kunstschaffenden erfassten persönliche und prägende Geschichten und dazu passende Gegenstände von Personen, die ihnen in Österreich begegneten, als „Geschichten von gelebter Erfahrung“. Rasúa Fariñas dazu: „Die Gegenstände markieren bedeutende Momente der Menschen und erinnern an das Leben“. Durch den emotionalen Bezug zu den Objekten wird unbewusst eine Markierung auf der Seele, dem spirituellen Körper, hinterlassen. Jede Person konnte jenes Objekt bestimmen, das sie für das Prägendste in ihrem Leben hielt und anschließend auf jenen Teil des eigenen Körpers pressen, der dafür am geeignetsten erschien. Das Pressen ergab kurzfristige Abdrücke auf den Körpern, die von den Kunstschaffenden unmittelbar fotografisch festgehalten wurden. Die Fotografien wurden für die Ausstellung zu einer Installation zusammengeführt. Dadurch entsteht so Grethell Rasúa Fariñas mittels Kunst ein persönliches Archiv, das zwischen den Kulturen vermitteln möchte. Ein erster Teil der Arbeit war Anfang Dezember im Kunstraum haaaauch in Klagenfurt zu sehen.
http://bit.ly/2fE1bBa

Chor Guan Ng (Malaysia)
Chor Guan Ng aus Malaysia ist Komponist, Entwickler, Sounddesigner, Pädagoge, künstlerischer Leiter und Mitbegründer des Studios TOCCATA. Sein vielfältiges Interesse spiegelt sich auch in seinen zumeist interdisziplinären Arbeiten wider. Chor Guan Ng ist aktiver Theremin-Spieler, ein in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erfundenes elektronisches Musikinstrument. Es wird berührungslos gespielt, die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers beeinflusst ein elektromagnetisches Feld und erzeugt so Töne. Tonhöhe und Lautstärke werden durch die Nähe der Hände zu den Antennen verändert. Seine Arbeiten wie beispielsweise Space Age (2010-2013), eine den Raum transformatierende interdisziplinäre Performance oder das Mobile Phone Orchestra (2011) hat Ng schon in mehr als 30 Städten präsentiert. Der Künstler ist überzeugt davon, dass Kunst eine weltverändernde Kraft sein kann. Seine Arbeit ist daher meist interaktiv und er lässt sein Publikum buchstäblich an der Entstehung des musikalischen Werkes und der künstlerischen Darstellung teilhaben – so auch in der Ausstellung in Wien. Ng dazu: „Ich praktiziere mit meinen Augen zum Zuhören und mit meinen Ohren zum Sehen, um mich auf einen Weg hin zu wunderbaren Erkenntnissen zu bringen. 2009 entdeckte ich mit Theremin ein Musikinstrument, das zu mir passt. Ich kann damit meine Emotionen ausdrücken und es visualisiert meine Emotionen.“
www.toccatastudio.com



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