KKA auf Facebook KKA auf twitter KKA auf youtube KKA auf flickr

Eröffnung: 15. 06. 2015Ausstellungsdauer: 16. – 25. 06. 2015

Artikel

 Ausstellungen

Sascha Kurmaz
Sascha Kurmaz, Key to the City, 2015
Sascha Kurmaz, Key to the City, 2015
Michaela Knížová
Michaela Knížová, The Trauma of Birth, Photography, 2015
Michaela Knížová, The Trauma of Birth, Photography, 2015
Nikola Kekerović
Nikola Kekerović, Trophy on a  pedestal, sketch, 2015
Nikola Kekerović, Trophy on a pedestal, 2015
Neda Firfova
Neda Firfova, Redressed, 2015, Installation © Neda Firfova
Neda Firfova, Always Ready, 2012, Druck
Mark Ther
Mark Ther, Das wandernde Sternlein , 2011, Videostill
Mark Ther, Das wandelnde Sternlein, Video, 2011
Letizia Romanini
Letizia Romanini, MATAIODOXIA 2015
Letizia Romanini, MATAIODOXIA 2015, 2015
Volha Savich
Volha Savich, War Alphabet, 2015
Volha Savich, War Alphabet 2015, Fotografie
Elif Süsler
Elif Süsler, Looking for Happiness, Installation, Photographs printed on paper and projections, 2015
Elif Süsler, Looking for Happiness, Installation, Photographs printed on paper and projections, 2015

Werkpräsentation der Artists in Residence 02/2015


Das Bundeskanzleramt (BKA) und KulturKontakt Austria (KKA) laden zur Werkpräsentation der internationalen Artists in Residence des zweiten Quartals in den Ausstellungsraum des Bundeskanzleramtes am Concordiaplatz. Gezeigt werden Arbeiten von Neda Firfova (Mazedonien), Nikola Kekerović (Bosnien + Herzegowina), Michaela Knížová (Slowakei), Sascha Kurmaz (Ukraine), Letizia Romanini (Luxemburg), Volha Savich (Belarus), Elif Süsler (Türkei) und Mark Ther (Tschechische Republik).

Das Bundeskanzleramt stellt in Kooperation mit KKA Residence-Stipendien in Wien zur Verfügung. Die Stipendien werden im Rahmen des Artists-in-Residence-Programms vom BKA gefördert und von KKA beratend und organisatorisch begleitet.

Eröffnung: 15. 06. 2015, von 17.00 bis 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 16. – 25. 06. 2015
Ort: Ausstellungsraum des BKA, Concordiaplatz 2, 1010 Wien
Montag bis Freitag geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr

Neda Firfova (Mazedonien)
Neda Firfova wurde 1981 in Skopje geboren und studierte in ihrer Heimatstadt an der Akademie der Schönen Künste. Ihr Masterstudium in Graphic Design hat Firfova in Tokio absolviert. 2012 begann sie mit ihrer Doktorarbeit an der Tama Art University. Derzeit forscht sie an der Musashino Art University in Tokio. Während ihres Artist-in-Residence-Aufenthalts in Wien entwickelte Neda Firfova ein neues Projekt, in welchem sie die Rückkehr barocker Ikonographie in der Architektur als Machtsymbol erforscht. Es trägt den Titel „Redressed”. Diese Arbeit ergänzt ihr laufendes Projekt “Always Ready”. Dazu erklärt Firfova: “Always Ready explores the mass games and their props as design knowledge lost alongside the cultural amnesia after the fall of communism. The project is further augmented with Adolf Loos's ornament theory, contemporary Macedonian politics and Skopje's modern design history, which depicts a mixture of Japanese metabolist city planning and local Brutalist architecture.” In der Rauminstallation werden ein handgemachtes, großformatiges Buch sowie Drucke gezeigt. Die Arbeiten von Neda Firfova waren bisher in Mazedonien, Holland, Deutschland, Slowenien, Albanien und Japan zu sehen.

Nikola Kekerović (Bosnien + Herzegowina)
Nikola Kekerović wurde 1991 in Banja Luka, Bosnien und Herzegowina geboren. Er absolvierte die Kunstakademie in Banja Luka. Ursprünglich war Kekerović Profi-Handballspieler; seine aktive sportliche Karriere musste er nach einer Verletzung jedoch aufgeben. Im Rahmen der Genesung begann er, sich auf künstlerischer Art mit den Funktionsweisen des Kulturbetriebs und seiner Akteure auseinanderzusetzen. Diese Thematik greift Kekerović auch in der Ausstellung in Wien auf: Am Concordiaplatz zeigt er sein Werk „Trophy“ und hinterfragt damit Rankings und Hypes rund um Kunstschaffende und letztlich seine Rolle als Produzent und „Teil der Kunstmaschinerie“.

Bei der „namaTre.ba project” Biennale hat er 2014 den Award “for best young video artist in Bosnia and Herzegovina” erhalten.

Der Künstler, der sich selbst als „Art Criminal” bezeichnet, lebt und arbeitet in Banja Luka.

Michaela Knížová (Slowakei)
Die 1982 in Hnúšťa (Slowakei) geborene Michaela Knížová hat an der Universität Košice, Slowakei den Bachelor- und Masterabschluss in Bildender Kunst und Intermedia erworben. Ursprünglich von der Malerei kommend, arbeitet sie heute vor allem mit Fotografie: Der eigene Körper ist dabei oft Gegenstand der Kunst und wird so zu einem performativen Akt. Die Künstlerin beschäftigt sich häufig mit vergessenen Geschichten und von mythischen Frauengestalten geprägten Märchen. Ihre Kunst (re)interpretiert Archetypen und wird so mit einem weiblichen Blick in die Neuzeit transportiert: „I want to create, with my body at the centre, a vision of unsettling shadows that still haunt the man in the civilized world.” (Michaela Knížová)

Das Buch „Trauma der Geburt und seine Bedeutung für die Psychoanalyse” des österreichischen Psychoanalytiker Otto Rank interessiert sie schon seit längerem und sie nimmt die morbide Ästethik der Ritualisierung von Trauer und Zeremonien in ihren Werken auf. So arbeitete sie mit Symbolen des „Augenblicks eines schönen Todes“ bereits in ihrer Serie „A Boy and Death“ (2010-2011). In Wien zeigt sie eine Fortsetzung dieser Serie. Zur Umsetzung bedient sich die Künstlerin analoger Fotografie, vor allem Polaroids, deren nostalgische Athmosphäre sie schätzt: “Each of these old and broken polaroids is unique. So they become museum artifacts themselves and a direct window to the objects and sceneries that are shown on the photos.”

Knížovás Arbeiten waren bisher in Tschechien, der Slowakei, der Ukraine, in Israel und Frankreich zu sehen.

Sascha Kurmaz (Ukraine)
Sascha Kurmaz ist ein multidisziplinärer Aktions-Künstler und politischer Aktivist, der 1986 in Kiew in der Ukraine geboren wurde und an der Staatlichen Kunstakademie studierte. Seine künstlerische Laufbahn begann Kurmaz mit Graffitis. Heute lotet er die persönlichen Freiräume in der Gesellschaft aus und „hackt“ mit seinen Kunstaktionen öffentlichen Raum, der von Werbung geprägt ist. Besonders das Verhältnis des ukrainischen und des europäischen Rechts steht im Fokus seiner Arbeit: Wo wird welches Strafausmaß für welchen Tatbestand angewandt? Welche Rechtspositionen nehmen die Ukraine und Österreich ein? Diesen Fragen geht Kurmaz nach. Der Künstler arbeitet mit Fotografie, Video und Malerei. Öffentliche Interaktion ist dabei Teil seiner Arbeit. Die Arbeit, die er im Rahmen der Ausstellung am Concordiaplatz zeigen wird, trägt den Titel „Key to the City“.

Arbeiten von Sascha Kurmaz waren im April in Wien im Rahmen einer Kooperation von KKA mit dem Volkstheater bei „Die Besten aus dem Osten“ im Hundsturm zu sehen. Kurmaz stellte bereits in Deutschland, Griechenland, Russland, der Ukraine und in Polen aus. 2015 wurde er mit dem ARTE Creative Award ausgezeichnet

Letizia Romanini (Luxemburg)
Geboren 1980 in Esch-sur-Alzette in Luxemburg 2006 erhielt Letizia Romanini ihren Bachelorabschluss in Visual Arts an der Universität Marc Bloch in Straßburg. Dann studierte sie an der Ecole Supérieure des Arts Décoratifs - ebenfalls in Straßburg, wo sie ihren Master in Fine Art erhielt. 2008 war Romanini als Austauschstudentin in der Kunsthochschule Weißensee in Berlin. Im Rahmen der „Regionale 10“, wurde sie ausgewählt, ihre Arbeiten in der Kunsthalle Basel in der  Schweiz und im Kunstverein, Freiburg in Deutschland zu zeigen. Über ihre künstlerische Arbeit sagt Romanini: „ I work in a very empirical and intuitive way. Shapes or textures can capture my attention and their materiality may lead my choices. I’m interested in working with something we are used to know and put it out of context to enlarge the possible interpretations.“ Am Concordiaplatz lenkt Letizia Romanini den Fokus auf kleine Dinge, die sie verändert. Schon seit Jahren sammelt die Künstlerin Fingernägel und begann in Wien, diese zu vergolden. Sie fügt sie zu einer Installation zusammen, um ihre Präsenz hervorzuheben – um sie zu etwas anderem werden zu lassen.

2009 wurde die Künstlerin vom Cercle Artistique de Luxemburg ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet zwischen Straßburg und Esch-sur-Alzette, Luxemburg.

Volha Savich (Belarus)
Volha Savich wurde 1981 in Minsk geboren. Die Fotografin hat einen Abschluss der Belarussischen Staatlichen Universität für Kultur und Kunst in Minsk und besuchte auch zahlreiche Kurse und Workshops in Fotografie, Visual Culture und Druckgrafik in ganz Europa, unter anderem an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg. Über ihre Arbeit sagt die Künstlerin: „I work with photography or photo-based art. Identity, history, traditions and fragile and constantly moving frames of its understanding is my main research focus for the moment. "

Volha Savichs Arbeiten waren neben Russland auch in Litauen und in Österreich zu sehen. Bei der „Baltic Photo Biennale Photomania“ in Kaliningrad, Russland wurde sie in der Kategorie Experimentelle Fotografie ausgezeichnet. Bei der Ausstellung im Ausstellungsraum im Bundeskanzleramt wird die Fotoinstallation „War Alphabet“ zu sehen sein.

Elif Süsler (Türkei)
Elif Süsler wurde 1983 in Ankara, Türkei, geboren. Sie erwarb ihren Bachelor und Master in Visual Arts und Visual Communication Design-Programm an der Sabanci Universität in Istanbul und studierte zudem an der L'Ecole Supérieure d'Art de Grenoble in Frankreich. Süsler kombiniert in ihrer künstlerischen Arbeit Fotografie, Malerei, Textilien und Video mit ready-made Objekten und stellt so Spannung zwischen Dimensionen her. Süslers Arbeiten waren bisher vorwiegend in der Türkei zu sehen. Eine Ausstellung gab es im National Museum of Contemporary Art in South Korea.

Im Ausstellungsraum am Concoridaplatz macht sie sich auf die Suche nach dem Glück und zeigt einer Installation aus Postkarten und Projektionen – der Werktitel lautet „Looking for Happiness“. Süsler begab sich auf den Straßen in Wien auf die Suche nach glücklichen Menschen. Die Arbeit entstand während ihres Residency Aufenthalts aus dem Kontrast der friedlichen Umgebung von Wien, den Medienberichten aus ihrer Heimat und der restlichen Welt, wo Menschen unter politischen und sozialen Bedingungen leiden. Inspiriert zu ihrer Installation hat sie das Klimts Beethovenfries in der Wiener Secession.

Elif Süsler lebt und arbeitet in Istanbul.

Mark Ther (Tschechische Republik)
Der 1979 in Tschechien geborene Videokünstler hat an der Akademie der Schönen Künste in Prag studiert. Seine Videos sind kurz, filmisch, ausgelassen und verwirrend. In seinen Arbeiten erforscht er Themen wie Sexualität und Transgender ohne jedoch politisch Stellung zu beziehen. In der Ausstellung in Wien zeigt Mark Ther eine ältere Arbeit – das Video „ Das wandernde Sternlein“, für das er 2011 den Jindřich Chalupecký Preis erhielt.

In dem Video wird die fiktive Geschichte des Verschwindens von Kindern in den 1930er Jahren im Grenzgebiet des Sudentenlandes erzählt – insbesondere die Vergewaltigung und Ermordung eines Knaben. Das Video wurde vor allem dafür ausgezeichnet, dass „Schönheit und Horror, genauso wie Mysterium und Ratio, im Ther’schen Werk in komplementären Kategorien dargestellt sind, die sich nicht ausschließen.“ Mark Ther strebt nach „der komplexen Ergreifung einer konkreten Geschichte, nach der Erschaffung einer gewissen Aufnahme des Lebens […]“. Das Video löste bisher bei den Betrachter/innen kontroversielle Debatten aus.

Arbeiten von Mark Ther waren bislang bei Festivals und Ausstellungen in Prag, Berlin Utrecht und New York zu sehen.



auf Facebook teilen twitter Drucken