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Das Bundeskanzleramt (BKA) und KulturKontakt Austria (KKA) laden zur Werkpräsentation der internationalen Artists in Residence des dritten Quartals in den Ausstellungsraum des Bundeskanzleramtes am Concordiaplatz. Gezeigt werden Arbeiten von Daniel Djamo (Rumänien), Irakli Gabetsadze (Georgien), Sana Ghobbeh (Iran), des Künstlerduos Duo Celia – Yunior (Kuba), Sujin Lim (Republik Korea), Huda Takriti (Syrien), Wei Wu (China) sowie Bochu Xu (China). Das Hinterfragen von gesellschaftlichen Vorurteilen und Kritik an politischer Einflussnahme sind verbindende Elemente ihrer Ausstellung.Das Bundeskanzleramt stellt in Kooperation mit KKA Residence-Stipendien in Wien zur Verfügung. Die Stipendien werden im Rahmen der Artists-in-Residence-Programme vom BKA gefördert und von KKA beratend und organisatorisch begleitet.Eröffnung: 15. 09. 2014, 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr Ausstellungsdauer: 16. – 25. 09.

Artikel

 Presse

September 2014

Werkpräsentation der Artists in Residence 03/2014


im Ausstellungsraum des Bundeskanzleramtes


Das Bundeskanzleramt (BKA) und KulturKontakt Austria (KKA) laden zur Werkpräsentation der internationalen Artists in Residence des dritten Quartals in den Ausstellungsraum des Bundeskanzleramtes am Concordiaplatz. Gezeigt werden Arbeiten von Daniel Djamo (Rumänien), Irakli Gabetsadze (Georgien), Sana Ghobbeh (Iran), des Künstlerduos Duo Celia – Yunior (Kuba), Sujin Lim (Republik Korea), Huda Takriti (Syrien), Wei Wu (China) sowie Bochu Xu (China). Das Hinterfragen von gesellschaftlichen Vorurteilen und Kritik an politischer Einflussnahme sind verbindende Elemente ihrer Ausstellung.

Das Bundeskanzleramt stellt in Kooperation mit KKA Residence-Stipendien in Wien zur Verfügung. Die Stipendien werden im Rahmen der Artists-in-Residence-Programme vom BKA gefördert und von KKA beratend und organisatorisch begleitet.

Eröffnung: 15. 09. 2014, 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 16. – 25. 09. 2014
Ort: Ausstellungsraum des BKA
Concordiaplatz 2, 1010 Wien
Geöffnet werktags 10.00 bis 17.00 Uhr

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Daniel Djamo (Rumänien)
Der aus Rumänien stammende Künstler Daniel Djamo ist Preisträger des Henkel Young Artist's Awards CEE 2013 und des ESSL Award CEE 2013. In der Ausstellung am Concordiaplatz zeigt er eine Videoinstallation und eine Performance unter dem Titel „Territorial marking – performance / 2014“. Darin thematisiert er die Diskriminierungen, die aus Rumänien stammende Immigranten/innen in Frankreich erfahren. Es geht ihm insbesondere darum, Ängste und Vorurteile aufzuzeigen, mit denen die politisch rechts stehende Szene agiert. Djamo schildert die Situation und seine Arbeit wie folgt: „In der Performance markiere ich das Gebiet um das Haus meiner Mutter in Nogent-sur-Vernisson, Frankreich, mit der rumänischen Fahne. Meine Mutter verließ Rumänien, als ich 20 Jahre alt war; sie war Teil der ersten Auswanderungswellen, nachdem Rumänien in die EU aufgenommen wurde. Sie arbeitet als Ärztin und hat ihre eigene Privatpraxis bei Montargis in Frankreich. Sie hat große Angst zuzugeben, dass sie Rumänin ist, weil sie fürchtet, dass die Menschen sie dann anders sehen würden. Sie schämt sich für den Ruf, den Rumänen in letzter Zeit im Ausland haben. Indem ich ein rumänisches Territorium in Frankreich markiere, versuche ich mit meiner Performance die Rechtsaußenbewegungen in Frage zu stellen, die behaupten, dass Einwanderer ihnen ihre Jobs und ihr Land wegnehmen.“

Irakli Gabetsadze (Georgien)
Irakli Gabetsadze aus Georgien beschäftigt sich in seiner Installation „Parallels“ mit dem Stalin-Kult und der Verklärung der stalinistischen Zeit. Denn trotz der Gewaltherrschaft Stalins geht von ihm für viele Russen und Menschen in den postsowjetischen Staaten noch immer eine Faszination aus. Gabetsadze widmet seine Arbeit seinem Großvater und allen Menschen, „die ab Anfang 1937 bis ins Jahr 2014 Opfer der stalinistischen Diktatur wurden“ und beschreibt seine Motivation, dieses Thema in seinem künstlerischen Schaffen aufzugreifen: „Das 21. Jahrhundert gilt als das Zeitalter des Fortschritts. Tatsächlich hat der moderne Mensch viele schwierige Probleme bewältigt und viele Fragen beantwortet; dennoch bleiben viele Probleme noch unbewältigt. Eines dieser Probleme ist die Wiederbelebung des Stalin-Kults. In den postsowjetischen Ländern wird Stalin von den Menschen geachtet, geliebt und sogar verehrt. Sie haben ihn überdies zu einem Heiligen verklärt, beten für ihn und erziehen Generationen nach seiner Ideologie. Sie beten für einen Mann, dessen Gewaltherrschaft mehr als 20 Millionen Menschen das Leben kostete. Heute droht eine neue Welle des Kommunismus und die Mächtigen großer und kleiner Länder tragen dazu bei, das Feuer dieser Entwicklung anzufachen. Stalin wird weiterleben, bis er schuldig gesprochen wird und alle seine Taten eingestanden werden. Selbst heute noch leiden Menschen unter seinem Erbe. Das geschieht direkt vor unseren Augen, aber leider schweigt die Welt dazu.“

Sana Ghobbeh (Iran) und Huda Takriti (Syrien)
Die Architektin und bildende Künstlerin Sana Ghobbeh aus dem Iran und ihre Kollegin, die Malerin Huda Takriti aus Syrien zeigen in der Ausstellung eine gemeinsame Videoinstallation mit dem Titel „lullaby“, die auf sprachlichen Ähnlichkeiten zwischen Arabisch und Farsi basiert. Dazu erläutern die Künstlerinnen: „Das Kooperationsprojekt basiert auf einer Liste von ähnlichen Wörtern, die es sowohl auf Arabisch als auch auf Farsi gibt. Es hat uns überrascht, dass die meisten dieser Wörter die Lage in unseren Ländern widerspiegeln und untrennbar mit den sozialen Problemen verbunden sind, mit denen sich unsere Gesellschaften heute konfrontiert sehen. Andererseits wurzeln diese Wörter primär in der linguistischen Struktur des Islam. Die Materialität und das Verlangen des Körpers werden verneint und die Worte sollen den spirituellen Aspekt des Lebens vertiefen. In dieser Atmosphäre ist der menschliche Körper den Interessen der ihm auferlegten ideologischen Haltungen untergeordnet. Unser Werk zelebriert den beredten Moment der Stille des Körpers, der von der Feindlichkeit dieser Worte umhüllt ist.“

Text von Huda Takriti:
Bodies trapped, lost in time,
trying to be saved from the wicked threat,
the present demon,
all that remains is a whisper of thoughts,
the words of a sinner
kept in white circles,
a shield from the threat.

Text von Sana Ghobbeh:
Emptied of desire
imprisoned in fear,
the body is betrayed,

being forgotten,
not a tiny trace,
it disappears with no remains.

The words,
sporadic,
broken,
not being heard,

wicked sounds,
blurred images,
left us to shiver in sweet pain.


CeliaYunior (Kuba)
Die beiden kubanischen Kunstschaffenden Celia Gonzalez und Yunior Aguiar Perdomo arbeiten als Duo Celia – Yunior und beschäftigten sich mit dem Identifikationsprozess des Menschen. Welche Fakten beeinflussen diesen Prozess? Mit welcher Bedeutung wird der öffentliche Raum aufgeladen? Welche Rolle spielt der öffentliche Verwaltungsapparat, welche Beziehungen können sich hier aufbauen? In der Ausstellung zeigen die beiden Künstlerinnen und Künstlern eine Videoinstallation mit dem Titel „Tin Anniversary”, die sie folgender Maßen beschreiben: „Das Werk bezieht sich auf das zehnjährige Jubiläum des EU-Beitritts der postkommunistischen Länder (Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechische Republik, Ungarn und Slowakei). Die Videoinstallation stellt die Frage nach der Funktionsfähigkeit einer Gemeinschaft. Wie lange kann eine mächtige Gemeinschaft, die ständig an Territorium dazu gewinnt, demokratisch bleiben? Können die neuen Mitglieder, die in die Gemeinschaft eintreten, neue Regeln in sie einbringen? Sind jene, die nicht Teil der Gemeinschaft sind, zum Scheitern verurteilt?“

Sujin Lim (Republik Korea)
Die südkoreanische Künstlerin Sujin Lim zeigt in ihrer Videodokumentation „FACTORyAL LANDSCAPE” eine ortspezifische Installation und Performance. Zu sehen ist das Pflanzen künstlicher, in China hergestellter Blumen, auf einem Feld nahe den Alpen. Die Alpen, so die Künstlerin, sind vielen Asiaten/innen aufgrund der Schönheit der Natur und der Landschaft bekannt und zählen bei Europareisen zu den touristischen Highlights. Gleichzeitig bezieht sich Sujin Lim auf ein buddhistisches Ritual, bei dem Gläubige gefangen genommene Tiere wieder in der Natur aussetzen. Mit ihrer Arbeit möchte sie die Diskrepanz zwischen industriellem globalen Handeln und den Auswirkungen dessen auf den Menschen thematisieren.

Wei Wu (China)
Der chinesische Künstler Wei Wu arbeitet bevorzugt mit Papier, das er zu Installationen oder Skulpturen verarbeitet. Zusätzlich bedient er sich bei seinen großen, Raum einnehmenden Arbeiten auch anderer Materialien, wie Fellen oder verschiedener Metalle.

Zu seiner in Wien ausgestellten Arbeit „Rebirth“ schreibt der Künstler: „Früher hatten die Menschen Ehrfurcht vor dem Tod und dem Leben. Heute hat die analytische Vernunft die Oberhand gewonnen und der Gedanke vom heiligen Sinn des Lebens, der in der Vergangenheit vorherrschte, scheint zu verblassen. Der Künstler verwendet moderne Produktionsmaterialien: Papier etwa, das Träger von Geschichte und menschlicher Zivilisation ist, aber auch neue Kreaturen beschwört; es ist gleichzeitig ein Schritt zurück und eine Widerspiegelung des Menschen, der für die Natur die Katastrophe bedeutet.“

Bochu Xu (China)
Der bildende Künstler Bochu Xu aus China ist in der Ausstellung mit zwei Arbeiten vertreten. Unter dem Titel „Huo Shan Shi“ (Vulkan-Stein) zeigt er einen Stein namens JU QUE SHI (Ju-Que-Stein) aus Renhexiang am Jinsha-Fluss in der südwestlichen Provinz Sichuan, den er vor 17 Jahren gefunden bzw. wie es der Künstler betont „kennengelernt“ hat. Bochu Xu betont mit dieser Arbeit die lebendige Vielfältigkeit und Vitalität der Erde und spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass „das Objekt das langfristige Gespräch zwischen mir und dem Ju-Que-Stein widerspiegelt“.

Seine Arbeit „Zhuanke Qianziwen“ zeigt Siegeldrucke auf Reispapier. Dabei bezieht sich Bochu Xu auf das Buch für die Elementarerziehung im alten China, dem berühmten Qianziwen („Tausend-Zeichen-Klassiker“). Der Text besteht aus genau eintausend Schriftzeichen in Form eines Gedichts, die auf 250 Versen zu je 4 Zeichen entfallen. Bochu Xu übertrug die 1000 Schriftzeichen als Drucke auf Reispapier, indem er zuerst alle Zeichen während eines Zeitraums von 9 Monaten in Stein meißelte und die Zeichen anschließend druckte.

Daniel Djamo, Territorial marking 1, performance, 2014
©Daniel Djamo
 Daniel Djamo, Territorial marking 1, performance, 2014
Copyright: Daniel Djamo

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Daniel Djamo, Territorial marking, Videostill der Performance, 2014 Video, Performance, 2014
©Daniel Djamo
 Daniel Djamo, Territorial marking, Videostill der Performance, 2014 Video, Performance, 2014
Copyright: Daniel Djamo

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Blick auf einen offenen Sarg
Irakli Gabetsadze, parrallels, Installation, 2014
©Irakli Gabetsadze
 Irakli Gabetsadze, parrallels, Installation, 2014
Copyright: Irakli Gabetsadze

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Sana Ghobbeh und Huda Takriti, Lullaby, Videoinstallation, 2014
©Sana Ghobbeh, Huda Takriti
 Sana Ghobbeh und Huda Takriti, Lullaby, Videoinstallation, 2014
Copyright: Sana Ghobbeh, Huda Takriti

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Styropor-Bergform mit künstlichen Blumen
Sujin Lim, FACTORyAL LANDSCAPE Video, Installation, 2014
©Sujin Lim
 Sujin Lim, FACTORyAL LANDSCAPE Video, Installation, 2014
Copyright: Sujin Lim

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Celia - Yunior, Tin Anniversary, Videoinstallation, 2014
©Celia Gonzales, Yunior Aguiar Perdomo
 Celia - Yunior, Tin Anniversary, Videoinstallation, 2014
Copyright: Celia Gonzales, Yunior Aguiar Perdomo

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Wei Wu, Rebirth, Skulptur aus Papier, 2014
©Wei Wu
 Wei Wu, Rebirth, Skulptur aus Papier, 2014
Copyright: Wei Wu

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Bochu Xu, ZHUANKE QIANZIWEN, Siegeldruck auf Reispapier, 2014
©Bochu Xu
 Bochu Xu, ZHUANKE QIANZIWEN, Siegeldruck auf Reispapier, 2014
Copyright: Bochu Xu

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Bochu Xu: HUO SHAN SHI (Vulkan–Stein), JU QUE SHI (Ju-Que-Stein), 2014
©Bochu Xu
 Bochu Xu: HUO SHAN SHI (Vulkan–Stein), JU QUE SHI (Ju-Que-Stein), 2014
Copyright: Bochu Xu

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