KulturKontakt Austria - TRANSLOKAL: Werkpräsentation der Artists in Residence 04/2017
 
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Eröffnung: 04. 12. 2017Ausstellungsdauer: 05. – 14. 12. 2017

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 Ausstellungen

TRANSLOKAL


Ausstellung der Artists in Residence 04/2017 und Diskussionsveranstaltung „Translokal – Reisen als zentrale künstlerische Praxisform“

Dalila Gonçalves, Trophy, Installation, 2017
Vida Guzmić, Video (Videostill), 2017
Kim Kielhofner, A Preview to Whose Language You Don't Understand, Video, 2017
Dariusz Milczarek-Trzepla, Shadows, yolk tempera on canvas, 2017
Levi Orta,  A Reading With Footnotes, Installation, 2017
Mila Panic, Südost Paket nb1, Objekts, 2017
Alexandru Raevschi, Triumph of Will, Photo, Video, Installation, 2017
Mary-Audrey Ramirez, Schreiender Affe und schreiendes Wildschwein (aus der Serie Wiener Bäuerinnen), Foto, 2017
Salome Tsagareishvili, Memory Errors (Serie), Painting, 2017


Das Bundeskanzleramt (BKA) und KulturKontakt Austria (KKA) zeigen ab 04. Dezember 2017 Werke der neun internationalen Artists in Residence, die auf Einladung von BKA und KKA derzeit in Wien leben und arbeiten.

Die Ausstellung TRANSLOKAL umfasst Werkpräsentationen von folgenden bildenden Kunstschaffenden: Dalila Gonçalves (Portugal), Vida Guzmić (Kroatien), Kim Kielhofner (Kanada), Dariusz Milczarek (Polen), Levi Orta (Kuba), Mila Panić (Bosnien und Herzegowina), Alexandru Raevschi (Moldau), Mary Audrey Ramirez (Luxemburg) und Salome Tsagareishvili (Georgien).

Die Ausstellung wird begleitet von der Diskussionsveranstaltung „Translokal – Reisen als zentrale künstlerische Praxisform“ am 6. Dezember 2017.

Das Bundeskanzleramt stellt auch 2017 in Kooperation mit KKA 50 Residence-Stipendien in Wien zur Verfügung. Die StipendiatInnen werden im Rahmen des Artists-in-Residence-Programms vom BKA gefördert und von KKA beratend und organisatorisch begleitet.

Ausstellung TRANSLOKAL:
Eröffnung: Montag, 04. 12. 2017, von 17.00 bis 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 05. – 14. 12. 2017 (am 08. 12. geschlossen)
Ort: BKA-Veranstaltungsraum, Concordiaplatz 2, 1010 Wien
Montag bis Freitag geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr
Eintritt frei!

Diskussionsveranstaltung TRANSLOKAL – Reisen als zentrale künstlerische Praxisform:
Mittwoch, 06. 12. 2017, von 14.00 bis 19.00 Uhr inkl. Dialogführung durch die Ausstellung
Konzept und Moderation: Roland Schöny, Contemporary Art Curator
Ort: BKA-Veranstaltungsraum, Concordiaplatz 2, 1010 Wien

DISKUSSIONSVERANSTALTUNG: TRANSLOKAL – Reisen als zentrale künstlerische Praxisform:

Die Erfahrung des Ortswechsels, Annährungen von außen und somit translokale Verschiebungen von Bedeutungszusammenhängen. Erst durch Reisen und temporäre Aufenthalte in anderen kulturellen Kontexten entstehen solche Erfahrungskonzentrate. Selbst vor dem Hintergrund ökonomischer Globalisierung und zunehmender Internationalisierung des Kunstbetriebs bildet die Erweiterung von Sehweisen unter dem Paradigma der Translokalität als ein zentrales Moment gegenwärtiger künstlerischer Praxis.

Zwei Hauptmotive hebt diese Diskussion hervor: den örtlichen Kontextwechsel als Möglichkeit zur kritischen Integration neuer Leseweisen und Zeichensysteme sowie die konkrete, thematische Recherche unter translokalen Bedingungen.

Es diskutieren TeilnehmerInnen des aktuellen Bundeskanzleramt/KulturKontakt Austria- Residency-Programms mit in Österreich lebenden KünstlerInnen, für die Reisen einen wichtiger Bestandteil der eigenen Arbeit bildet.

Termin: Mittwoch, 06. 12. 2017, von 14.00 bis 19.00 Uhr
Konzept und Moderation: Roland Schöny, Contemporary Art Curator
Ort: BKA-Veranstaltungsraum, Concordiaplatz 2, 1010 Wien

EINLASS: 14.00 Uhr

PANEL: 14.15 - 15.45 Uhr exchange of contexts – critical readings mit Kamen Stoyanov (AUT), Levi Orta (CU)*, Mila Panić (BA)*, Mary Audrey Ramirez (LU)* und Elisabeth Schimana (AUT)

PANEL: 16.00 - 17.30 Uhr research under the paradigm of translocality mit Vida Guzmić (KRO)*, Kim Kielhofner (CAN)*, Wolfgang Lehrner (AUT) und Gabriele Sturm (AUT)

Im Anschluss DIALOGFÜHRUNG durch die Ausstellung TRANSLOKAL 18.00 – 19.00 Uhr

* Artists in Residence

AUSSTELLUNG DER ARTISTS IN RESIDENCE:

Ihre jeweils unterschiedlichen Erfahrungen des Ortswechsels und damit verbundene Kontextverschiebungen in der eigenen künstlerischen Praxis einbeziehend, präsentieren jetzt die TeilnehmerInnen der Herbstausgabe des KulturKontakt Austria-Artists-in-Residence-Programms neueste Arbeiten und Projekte. Nicht immer jedoch beruhen deren Werke auf so konkreten Tiefenbohrungen in der lokalen Kulturgeschichte wie die Spurensuche der kanadischen Künstlerin Kim Kielhofner. Mit Interesse an der österreichischen Literaturgeschichte geriet Kielhofner in ein magnetisierendes Nahverhältnis zum Theaterkollektiv „Fritzpunkt“ und den Text der Schriftstellerin Marianne Fritz „Dessen Sprache du nicht verstehst“. Daraus wurde ein Video, das die Künstlerin als Vorschau oder Trailer auf ein größeres Projekt ansieht, in dem sie Fragen der Bewegung durch Sprache nachgehen möchte.

Einem vollkommen anderen Aggregatzustand unterliegt die in einigen Momenten an die europäische Moderne erinnernde Malerei der georgischen Künstlerin Salome Tsagareishvili und des in Krakau lebenden Dariusz Milczarek. Im Schatten der internationalen Gegenwartskunst ausgebildet, ist deren Wahrnehmung in Wien als einem der Hot Spots der europäischen Kunstszene jetzt von Hunger, Neugierde und teilweise auch von Irritation geprägt, woraus baldige Richtungsänderungen in deren künstlerischer Produktion erwachsen können.

Sehr früh in ihrer eigenen Laufbahn hingegen setzte sich die konzeptuell arbeitende Mila Panić in ihrem Heimatland Bosnien und Herzegowina für die Steigerung der positiven Resonanz aktueller Kunst im Rahmen des aktivistischen Vereins „APARTMAN“ 2014 ein. In ihren oft performativen, aber auch fotografischen Arbeiten, die bereits in zahlreichen Biennalen und Festivals präsentiert wurden, fokussiert die junge Künstlerin signifikante Szenen des Alltags, die auch heute noch Narrative aus dem regionalen postjugoslawischen Lebensumfeld transportieren.

Währenddessen bewegt sich die in Zagreb lebende, kroatische Künstlerin Vida Guzmic auf einem Terrain, das sie als explizit feministisch versteht. Erst kürzlich erforschte sie für eine neue Arbeit weiblich, emanzipatorisch codierte Räume in Wien und widmet sich nun dem Zusammenhang von Stimme und Geschlecht, wobei sie in einem Video nach adäquaten Möglichkeiten der Visualisierung durch Farbe sucht.

Bei aller Diversität ihrer Herangehensweisen verfolgen die KünstlerInnen der Ausstellung eine kritische Auseinandersetzung. In einer Phase gesellschaftlich wieder erstarkender Nationalismen ist deren Herangehensweise von einem deutlich kosmopolitischen Bewusstsein geprägt, wobei sie – vor dem Hintergrund ökonomischer Globalisierung – das Spezifische örtlicher Rückbindungen und lokal unterschiedlicher Geschwindigkeiten ernst nehmen.

Die minimalistischen Objekte und manchmal auch Installationen der portugiesischen Künstlerin Dalila Gonçalves etwa öffnen immer wieder Vorstellungen von der Dimension zeitlichen Ablaufs, wenn Gonçalves beispielsweise aus eng aneinandergepressten CDs ein skulpturales Objekt herstellt, mit Schrift auf Kohlepapier arbeitet oder Siebdruckplatten mit alten Typographen in die Malerei überträgt.

Währenddessen greift Mary Audrey Ramirez mit einer extra für die Ausstellung konzipierten Installation aus Kopftüchern ein im mitteleuropäischen vieldiskutiertes Thema auf, möchte die von ihr designten Kopftücher durch ihr sichtlich westliches Design jedoch aus diesem politisierten Zusammenhang herauslösen.

Eine ganz andere Perspektive nimmt der in seinem Lebens- und Arbeitszusammenhang zwischen Havanna und Barcelona pendelnde Künstler Levi Orta ein. Kritisch, ironisch – oder vielleicht sogar zynisch – stellt er die Frage, wohin das politisch Utopische als Motiv der Gegenwartskunst abgerückt ist. Visuell rückt er dabei das Fürstentum Sealand als einer der berühmtesten autonomen Mikronationen auf einer verwittert aussehenden Meeresplattform ins Bild. Am 6. November dieses Jahres trat Levi Orta dem Staatsprojekt bei und wurde somit Lord of Sealand. Neben anderen real existierenden Mikronationen ist Sealand als Beispiel eines utopischen translokalen Konzepts bereits mehrmals zu Biennalen und Themenausstellungen eingeladen worden.

Auch wenn ein zunehmend internationalisiert geführter, kritischer Diskurs im Bereich der bildenden Kunst längst zu den zentralen Paradigmen kultureller Auseinandersetzung zählt, lässt sich dennoch hervorheben, dass alle der Artist in Residence Themen geographischer und lokaler Bedingungen, wie auch Formen der Translokalität und der Interkulturellen Öffnung berühren.

 Text: Roland Schöny, Contemporary Art Curator


Dalila Gonçalves | Portugal
Dalila Gonçalves (1982, Portugal) studierte Malerei an der Fakultät für Bildende Künste der Universität Porto (2005) und absolvierte einen Masterstudiengang für Bildende Kunst (MA) an der Fakultät für Bildende Künste und Psychologie und Erziehungswissenschaften der Universität Porto (2009). Die bildende Künstlerin wurde für die zweite Ausgabe des Fotokursprogramms Gulbenkian Creativity and Artistic Creation (2008) ausgewählt. Von 2010 bis 2011 arbeitete Dalila Gonçalves im Atelier von Ignasi Aballí in Barcelona (im Rahmen des Stipendienprogramms Inov – Kunst des Portugiesischen Kulturministeriums).
www.dalilagoncalves.com/en/

Vida Guzmić | Kroatien
Vida Guzmić (1986, Kroatien) hat ihr Masterstudium 2012 summa com laude im Bereich der Neuen Medien an der Akademie der bildenden Künste, Universität Zagreb, abgeschlossen. Weiteres absolvierte sie die Studiengänge Frauenforschung am Center for Women's Studies (CWS) sowie Curatorial Platform Programm (Zagreb). Vida Guzmić organisiert Projekte, Workshops und Ausstellungen im Kunstkollektiv „Space is tactics“ und im Studio Pangolin, Zagreb. Zur Zeit arbeitet sie als externe Lehrbeauftragte an der Akademie der Schönen Künste, Abteilung für Animationsfilm und Neue Medien, in Zagreb, Kroatien.

Kim Kielhofner | Kanada
Kim Kielhofner (1982, USA) ist bildende Künstlerin und lebt in Montréal, Québec, Kanada. Sie studierte an der Concordia University (Montreal, BFA Studio Arts 2007) und erwarb 2010 den Master am Central Saint Martins College of Art and Design in London. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Galerien und bei Festivals präsentiert und bereits mehrfach ausgezeichnet.
http://vimeo.com/user1627553

Dariusz Milczarek | Polen
Dariusz Milczarek (1985, Polen) studierte Malerei an der Jan Matejko Akademie der bildenden Künste in Krakau. Er schloss den Mastergrad mit Auszeichnung ab. Milczarek erhielt die höchste Note für seine Abschlussarbeit, eine Serie von Gemälden mit dem Titel "Das Porträt des Lichts". Zurzeit ist Dariusz Doktorand an der Fakultät für Malerei der Akademie der bildenden Künste in Krakau im Atelier von Professor Adam Wsiołkowski.

Levi Orta | Kuba
Levi Orta (1984, Kuba) ist ein kubanischer Künstler, der zwischen Havanna und Barcelona pendelt. Er promovierte am Instituto Superior de Arte de Havana, absolvierte die Cathedra Arte de Conducta in Havana und nahm am HWP (Home Workspace Program) von Ashkal Alwan (The Lebanese Association for Plastic Arts) teil. Seine Arbeiten wurden in einer Vielzahl von nationalen und internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Er nahm unter anderem an Residenzen in Belgien, Zypern und Kanada teil und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
www.ortalevi.blogspot.com

Mila Panić | Bosnien und Herzegowina
Mila Panić (1991, Bosnien und Herzegowina) pendelt zwischen Weimar und Banja Luka. 2014 graduierte sie an der Kunstakademie der Universität von Banja Luka (Fachbereich Malerei). 2013 nahm sie an der Internationalen Sommerakademie in Salzburg teil. Zurzeit studiert sie an der Bauhaus-Universität Weimar im Masterstudiengang Public Art und Neue künstlerische Strategien. Sie ist Mitbegründerin des Kunstprojekts APARTMAN zur Stärkung zeitgenössischer Kunst in Bosnien und Herzegowina. Panić wurde unter anderem als beste junge Videokünstlerin in BiH ausgezeichnet. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen regionalen und internationalen Ausstellungen, Biennalen, Festivals und Präsentationen gezeigt.
www.milapanic.com

Alexandru Raevschi | Moldau
Alexandru Raevschi (1979, Moldau) lebt und arbeitet in Marburg. 2014 schloss er sein Studium der Bildenden Künste an der Akademie für Kunst und Design in Bergen ab. Von 2008-2010 studierte er an der Akademie für öffentliche Verwaltung und hat einen Master in Wirtschaftswissenschaften in der Fachrichtung: Public Management, Chisinau. Raevschi war 2016 Kurator des Projekts „Panorama of the past or how to survive's tomorrow“,"Universe 69" (2. Phase), Galerie "co-ume lab" Tokyo. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt und sind in privaten und öffentlichen Sammlungen. Der Künstler wurde bereits mehrfach international ausgezeichnet.

Mary Audrey Ramirez | Luxemburg
Mary-Audrey Ramirez (1990, Luxemburg) lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Meisterschülerin bei Prof. Thomas Zipp an der Universität der Künste Berlin in Berlin, wo sie auch Bildende Kunst/Multimedia studierte. 2014 studierte sie an der Glasgow School of Art (GSA), Schottland im Fach „Sculpture and Environmental Art“. Mary-Audrey Ramirez fokussiert sich auf skulpturales und interaktives Arbeiten sowie auf Installation und Stickerei. Sie hatte bisher zwei Einzelausstellungen in der Galerie Martinetz in Köln und ihre Arbeiten waren in zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen zu sehen.
www.maryaudreyramirez.com/

Salome Tsagareishvili | Georgien
Salome Tsagareishvili (1982, Georgien) lebt und arbeitet in Tiflis. 2005 schloss sie ihr Studium an der Staatlichen Akademie der Künste in Tiflis an der Fakultät für Bildende Künste ab. Seit 2002 sind ihre Gemälde in verschiedenen Ausstellungen in Georgien zu sehen. Sie arbeitete als Künstlerin im feministischen Kunststudio „Spero“ (2009-2010), Tiflis. 2012 war sie Gastkünstlerin bei der Sinopale (Internationale Sinop Biennale) in der Türkei. Ihre Malerei wurde beim 2016 Mtskheta International Art Festival in Georgien ausgestellt. Ihre Arbeiten sind in privaten Sammlungen.



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