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Eröffnung: 12. 06. 2017Ausstellungsdauer: 13. – 22. 06. 2017

Artikel

 Ausstellungen

„temporalities“
Werkpräsentation der Artists in Residence 02/2017


Gemma Anderson, Corpuscular Object, Painting, Drawing, 2017
Olson Lamaj, Helping a Fly to get of a bottle, Video, 2017
Zun Ei Phyu, Art and Influences, Installation, 2017


Das Bundeskanzleramt (BKA) und KulturKontakt Austria (KKA) zeigen ab 12. Juni 2017 Werke der fünf internationalen Artists in Residence, die auf Einladung von BKA und KKA derzeit in Wien leben und arbeiten.

Die Ausstellung „temporalities“ umfasst Werkpräsentationen von Lina Albrikienė (Litauen), Gemma Anderson (United Kingdom), Olson Lamaj (Albanien), Zun Ei Phyu (Myanmar) sowie der Komponistin Natalia Dominguez Rangel (Kolumbien und Niederlande). Kuratiert wird die Ausstellung von der Kunstvermittlerin in Residence Tereza Záchová (Tschechien).

Das Bundeskanzleramt stellt in Kooperation mit KKA Residence-Stipendien in Wien zur Verfügung. Die StipendiatInnen werden im Rahmen des Artists-in-Residence-Programms vom BKA gefördert und von KKA beratend und organisatorisch begleitet.

Eröffnung: 12. 06. 2017, von 17.00 bis 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 13. – 22. 06. 2017
Ort: BKA-Veranstaltungsraum, Concordiaplatz 2, 1010 Wien
Montag bis Freitag geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr

„Ich sitze in meinem Zimmer. In einer Atmosphäre der beredten Stille. Allein und doch auch wieder nicht. Im wechselnden Licht weiß ich, dass die Zeit läuft. Ich denke über etwas nach, das wir alle gemeinsam haben: Jeder von uns hat die eigenen Erfahrungen nur selbst gemacht. Und doch können all diese Erfahrungen in der Gegenwart zu einem kollektiven Gedächtnis werden. Wir können das Spiel „Wer bin ich?“ spielen. Tag für Tag sind wir alle Schauspieler, die vor jeweils neuem Publikum auftreten.

Das Gefühl diverser Begegnungen der Vergangenheit ist noch präsent in mir. Die Gespräche sind noch da, sie laufen in meinem Kopf wie CDs auf Wiederholung. Ich höre mögliche Stimmen, die irgendjemandem gehören könnten. Ich würde sie überall wiedererkennen, diese gemeinsame Sprache, die mit ihrer Übersetzung verloren geht.

In der Ausstellung geht es um die verschiedenen, nebeneinander bestehenden und bereits vergangenen Zeitkonzepte. Jede und jeder von uns erlebt das eigene Universum – wir können uns nichts aussuchen, haben keine Wahl. Wir begegnen einander in unserer gemeinsamen Zeit, diesem Augenblick.

Die Arbeiten von Natalia Dominguez Rangel erzählen eine Geschichte, die den Körper als Objekt durchdringt. Sie wird zu einem winzigen Lichtpunkt, wie wir ihn von Bildern des Universums und der Galaxien kennen. Doch was macht diesen Raum aus? Ist er real, existiert er überhaupt? In einer bestimmten Art von Quantenbewusstsein erfahren wir endlose Regionen von Zeit. Wenn eine Person eine Entscheidung trifft, wählt sie ihre eigene Richtung, ihre Zeit.

Olson Lamaj reagiert auf ein Zeitgefühl, das durch Pop-Kultur und Konsum ausgelöst wird. Was ist die moderne Zeit? Er findet seine Inspiration unter anderem in der Philosophie von L. J. Wittgenstein, die vom täglichen Lebenskampf erzählt. Wir alle wissen um die Bedeutung unserer Gesten und Handlungen. Manchmal geraten wir in eine Sackgasse oder fallen in ein tiefes schwarzes Loch. Zugleich sollten wir aber an die Unendlichkeit der Möglichkeiten und daran denken, dass wir den Weg unseres Lebens selbst wählen.

Zun Ei Phyu verfolgt einen ähnlichen Denkansatz. Zwei Seiten, zwei Wahlmöglichkeiten. Doch sind es wirklich nur zwei? Das Schirmsymbol lässt sich auf unterschiedliche Weise interpretieren. Ähnlich wie Olson Lamaj hält auch Phyu das Ansprechen eines potenziellen Publikums und die Betonung der eigenen Existenz im täglichen Leben für wichtige künstlerische Äußerungen.

Gemma Anderson benutzt Begriffe wie Geräusch, Struktur und Staffelung als Grundlage für ihre Druckexperimente. Sie enthüllen, basierend auf wissenschaftlicher Forschung, die unterschiedlichen Wege in die Prozessmorphologie. Zugleich schaffen sie aber auch – auf Papier – ein bestimmtes, vereinheitlichtes Universum, inspiriert durch die Überschneidungen und Verbindungen biologischer Prozesse. Sie sind beweglich, flexibel und lassen sich in immer neuer Reihenfolge endlos kombinieren. Sie bezieht sich auch hier wieder auf die Metapher des Wachstums und der Veränderung von Organismen.

Lina Albrikiene schließlich befasst sich mit dem kollektiven Gedächtnis. Wir leben in einer Zeit, die wir bereits kennen, und erleben sie neu; wir können jetzt Einfluss auf unsere Zukunft nehmen.“

Tereza Záchová


Lina Albrikienė | Litauen
Lina Albrikienė, Kunstschaffende aus Litauen, lebt und arbeitet in Vilnius und Jurmala. Sie schloss ihr Studium an der Vilnius Academy of Arts mit dem Bachelor und Master in den Bereichen Fotografie und Medienkunst ab. Die Künstlerin gewann 2011 sowohl den „Grand Prize at the Young European Creators” Biennale in Paris als auch den „Grand Prize for the Young Artist Debut“ in Litauen. Albrikienė war unter anderem als Stipendiatin in artists-in-residence Programmen in Paris und Krems. Seit 2004 ist sie in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten. Zuletzt waren ihre Werke bei Gruppenausstellungen in Mallorca, Berlin, Riga und Prag zu sehen.
www.albrikienelina.lt

Gemma Anderson | United Kingdom
Gemma Anderson studierte Bildende Kunst und Grafik am Royal College of Art und Falmouth University und schloss 2015 ihr Doktorat an der University of the Arts London ab. Die Künstlerin nahm bereits an zahlreichen innovativen Projekten teil, die Kunst und Wissenschaft miteinander verbinden. Arbeiten von ihr wurden unter anderem im Victoria and Albert Museum, im Freud Museum und in der Wellcome Collection, London gezeigt. Bekannt ist beispielsweise ihre Einzelausstellung „Isomorphology”, die in London und Berlin präsentiert wurde. Anderson ist zurzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität von Exeter und Lehrbeauftragte im Bereich Zeichnung an der Falmouth University. Im September 2017 wird ihr Buch „Drawing as a Way of Knowing in Art and Science” erscheinen.
www.gemma-anderson.co.uk

Olson Lamaj  | Albanien
Der albanische Künstler Olson Lamaj lebt und arbeitet in Tirana. Er hat einen Masterabschluss im Bereich der Fotografie von der Academy of Fine Arts Brera in Mailand (2010) und studierte Malerei an der Academy of Fine Arts in Florenz. 2012 gewann der den ersten Preis des „Ardhja award 2012 made by TICA- Tirana Institute of Contemporary Art” und war Gastkünstler im „ISCP/ iscp - International Studio & Curatorial Program“ in New York. 2013 war Lamaj Mitbegründer der MIZA-Galerie, ein von KünstlerInnen betriebenen Ausstellungsraum (artist-run-space) inmitten von Tirana, der junge albanische KünstlerInnen eine Plattform bietet. Lamaj war schon in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Zuletzt 2016 in Budapest, Graz und Tirana.
http://olsonlamaj.com/

Zun Ei Phyu | Myanmar
Zun Ei Phyu ist bildende Künstlerin aus Myanmar. 2015 wurde sie als „Young Talented Artist by Ion Orchard Singapore for Affordable Art Fair Singapore“ ausgewählt. Sie erhielt 1997 den „Golden Price in Fukuoka Child Art Competition”. Die Künstlerin war unter anderem im „creators’ artist in residency program“ von Tokyo Wonder Site und an der Tokyo Art University mit Artist Talks vertreten. 2014 war sie Gastatelierkünstlerin im Residence-Programm „Rimbun Dahan“ in Kuala Lumpur. Sie stellte bereits in zahlreichen Ausstellungen aus (Singapore, Malaysia, Thailand, Japan und Indonesien), 2017 ist sie in Yangon und Hong Kong vertreten.
www.facebook.com/artistzuneiphyu

Natalia Dominguez Rangel | Kolumbien und Niederlande
Natalia Dominguez Rangel ist in Bogotá geboren und lebt in Amsterdam. Sie schloss 2010 mit einem Master in Komposition am Konservatorium Amsterdam ab. 2009 gewann sie den Musikkompositionspreis „Tera de Marez Oyensprijs“ (Amsterdam). Sie ist Komponistin, Klangkünstlerin, Performerin, Sounddesignerin und arbeitete schon mit vielen Ensembles wie beispielweise dem Nieuw Ensemble, Asko Schoenberg Ensemble und Ensemble Adapter Berlin zusammen. In Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden komponiert sie für Aufführungen, Filme und Videos. Die Vielseitigkeit ihrer Kompositionen zeigt sich in unterschiedlichen Formaten - von Ensemblestücken bis hin zu Klanginstallationen.
www.nataliadominguezrangel.com

Tereza Záchová | Tschechien
Tereza Záchová arbeitet als Kuratorin und Kunst- und Kulturvermittlerin in Prag. Sie studierte in der Stadt Ústí nad Labem, Tschechien und graduierte in drei Programmen: Kuratorische Studien, Kunsterziehung und Geisteswissenschaften mit Fokus auf Kunstwissenschaft. Ihre Diplomarbeit konzentrierte sich auf Galerien im öffentlichen Raum und das Museum als künstlerisches Medium. Sie ist Gründerin des kuratorischen Projekts/der Galerie BUŇKA, die sich in einem öffentlichen Park in der Stadt Ústí nad Labem befindet. Sie arbeitet weiters für die „35m2 Galerie“, einer gemeinnützigen Galerie in Prag und für die Regionalgalerie in Liberec. Zusätzlich entwickelt sie als freiberufliche Kuratorin ihre eigenen Projekte. Im Jahr 2016 war sie in Residenz in Mustarinda in Finnland.
http://teazachova.tumblr.com

 



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Veranstaltungstipps

21.09.2017 - 23.09.2017
Doppelporträt: Enrique Mendoza / Piyawat Louilarpprasert*
Konzert, Cultural Events Artists in Residence BKA/KKA

15.11.2017 - 11.02.2018
TRANSCULTURAL EMANCIPATION
Ausstellung, Cultural Events Artists in Residence BKA/KKA

19.09.2017 - 24.09.2017
Parallel Vienna - KKA Statement
Ausstellung, Cultural Events Artists in Residence BKA/KKA

18.09.2017 - 27.09.2017
Werkpräsentation der Artists in Residence 03/2017
Ausstellung, Cultural Events Artists in Residence BKA/KKA

12.09.2017 - 16.09.2017
Lines of Flight
Ausstellung, Cultural Events Artists in Residence BKA/KKA

09.08.2017 - 02.11.2017
TRANSCULTURAL EMANCIPATION
Ausstellung, Cultural Events Artists in Residence BKA/KKA

22.09.2017 - 30.09.2017
Unsafe+Sounds Festival BLACK PAGE ORCHESTRA
Konzert, Cultural Events Artists in Residence BKA/KKA

09.11.2017 - 21.11.2017
ENDE. ABERMALS.
Lesung, Cultural Events Artists in Residence BKA/KKA


 

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