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Inklusive Berufsbildung in Montenegro

Monika Mott



Im Rahmen der montenegrinischen „Berufsbildungsentwicklungsstrategie 2010 - 2014“ liegt ein Schwerpunkt auf der Inklusion von SchülerInnen mit besonderen Lernbedürfnissen in berufsbildende Schulen. Montenegro hat in den letzten Jahren, unterstützt durch internationale Projekte, weitreichende Maßnahmen zur Einführung von Inklusion im Pflichtschulbereich umgesetzt. Eine berufliche Ausbildung, die das Potential des einzelnen bestmöglich fördert und damit die Basis für eine Integration in den Arbeitsmarkt schafft, leistet einen wichtigen Beitrag für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung. Nach Absolvierung der Pflichtschule haben montenegrinische SchülerInnen mit besonderen Lernbedürfnissen daher nun das Recht, die berufsbildende Schule ihrer Wahl zu besuchen.

Für die Berufsbildung in Montenegro eröffnet dies ein breites Feld an Entwicklungsbedarf, denn Zugang zu Berufsbildung ist zwar ein wichtiger, dennoch nur ein erster Schritt. Inklusive Berufsbildung bedarf neuer Rahmenbedingungen, grundlegend neuer Zugänge in der Förderung von Lehr-/Lernprozessen und einer neuen Schulkultur.

Das Projekt „Inklusive Berufsbildung“, das KKA gemeinsam mit dem montenegrinischen Bildungsministerium und der Berufsbildungsagentur seit Februar 2011 umsetzt, setzt im Bereich „Inklusive Schule“ an. Auf österreichischer Seite greift KKA hier auf Erfahrungen mit inklusiver Berufsbildung in der Steiermark zurück.

Das montenegrinisch-österreichische ExpertInnenteam hat auf Basis einer ersten Bedarfsanalyse vor Ort einen Lehrgang zu „Inklusiver Berufsbildung“ entwickelt. Teams von DirektorInnen und LehrerInnen von sechs montenegrinischen Pilotschulen werden durch diesen Lehrgang und schulspezifischen Reflexionseinheiten in den ersten Umsetzungsschritten inklusiver Berufsbildung unterstützt werden. Auf Basis dieser Erfahrungen wird ein Handbuch zu inklusiver Berufsbildung in Montenegro entwickelt und montenegrinische TrainerInnen für die Umsetzung von LehrerInnenfortbildung in diesem Bereich ausgebildet werden. Grundsätzliche bildungspolitische bzw. arbeitsmarktbezogene Fragen wie die Einführung von Teilqualifikationen sind in Montenegro noch offen. Daher ist auch ein Erfahrungsaustausch zwischen EntscheidungsträgerInnen in Montenegro und Österreich über „lessons learned“ im österreichischen Kontext – und Entwicklungsprioritäten in den beiden Ländern geplant. Denn auch im österreichischen Kontext ist inklusive Berufsbildung erst „work in progress“.

erschienen in: wissenplus Nr. 4 - 10/11