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von mitarbeitern und topüberzeugern

Kathrin Röggla

mitarbeiten, wird gesagt, das ist, was ihr autoren macht, beim fernsehen mitarbeiten, da seid ihr ja auch ständig.

ständig sehen wir euch, wie ihr da mitmacht, bei den medien mitmacht, bei den produktionen von öffentlichkeit, bei den buchreihen und schriftenreihen, bei den podiumsdiskussionen. wie ihr dabei seid. wie ihr nicht „nein“ sagen könnt. ja, andauernd seid ihr öffentlich, andauernd präsent. eure mitarbeit ist glänzend, sie kann als paradebeispiel für andere dienen, so ausnehmend gut ist das prinzip „mitarbeit“ von euch durchgeführt. denn die anderen arbeiten ja auch mit oder wollen zumindest mitarbeiten. nicht nur die angestellten arbeiten mit, auch die gewerkschaften arbeiten mit, es arbeiten die behörden mit und die anstalt für arbeit, ja, auch die arbeitet mit, obwohl man es nicht glauben will, es arbeiten ganze familienmitglieder mit und freie institutionen, es arbeitet die politik mit und eben auch die künstler, die zu allererst. die künstler in ihrer selbstständigkeit, was so viel heißt wie „in ihrer prekären lage“, die arbeiten zu allererst mit. so dass man verzweifelt jene suchen muss, die nicht mitarbeiten. denn irgendwer muss ja nicht mitarbeiten, sonst würde das alles ganz anders laufen, sonst hätten wir sie ja, jene berühmte win/win-situation, von der alle sprechen. die geschäftsführer, wird gesagt, die spitzenmanager, legt man nach, und das ist durchaus anzunehmen, dass die nicht mitarbeiten, immer wieder hört man von ihnen, dass sie in die eigene tasche wirtschaften, dass sie eher für sich arbeiten, denn für andere, obwohl sie mit einer vehemenz das gegenteil behaupten. und wirklich, sieht man sich das gros dieser leute genauer an, lässt sich auf einer bestimmten ebene doch wieder behaupten, dass sie ebenfalls mitarbeiten. sicher, man kann aus der distanz spötteln über die risiken, die sie angeblich auf sich nehmen, über die anstrengungen, die sie unternehmen, arbeitsplätze zu retten, aber es findet sich auch bei ihnen immer eine seite, die mitarbeitet, selbst wenn die zunächst gar nicht so sichtbar ist, wenn die eher versteckt bleibt. man kann sagen, dass sie zumindest partiell mitarbeiten. aber es ist eben nicht nur ein rausreden, wenn sie auf die allgemeine lage, auf die konjunktur, die globalisierten verhältnisse etc. zu sprechen kommen, kurz: die objektiven zwänge. kurz: die wirtschaft, oder „unsere wirtschaft“, wie man heute gerne sagt. ja, so bleibt eigentlich nur noch die wirtschaft übrig, von der anzunehmen ist, dass sie nicht mitarbeitet, unsere deutsche wirtschaft, von berlin aus betrachtet, unsere österreichische, von wien aus, diesbezüglich denkt man immer noch gerne national.

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