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Persönliche Begegnung zwischen LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern kann nicht ersetzt werden – ein Plädoyer für eine seriöse schulische Kommunikationskultur

Fred Burda

Die Schulen des bfi Wien sind eine Lernheimat für SchülerInnen und Studierende und Orte an denen über 40 Muttersprachen gesprochen werden und unterschiedliche Kulturen, Religionen und Weltanschauungen aufeinandertreffen.

Es stellt sich somit die Frage, ob gerade an Schulen, wo Vielsprachigkeit zum Schulalltag gehört, durch die neuen elektronischen Möglichkeiten neue und bessere Formen der Kommunikation mit Eltern gepflegt werden können. Die Kontaktanbahnung mit den Eltern erfolgt meist über Handy. Das persönliche Gespräch kann aber durch ein Telefonat nicht ersetzt werden, da in vielen Fällen sprachliche Barrieren telefonisch nicht in den Griff zu bekommen sind. Eine persönliche Begegnung mit der beiderseitigen Möglichkeit, Rückfragen zu stellen, Probleme und Missverständnisse zu klären, kann durch nichts ersetzt werden. Eine präzise Kommunikation ist bei Erziehungs- oder Berufsberatungsgesprächen im Beisein von LehrerInnen, Eltern, des betroffenen Schülers/der Schülerin erforderlich – darauf wird an den Schulen des bfi Wien besonderer Wert gelegt. Gegebenenfalls wird ein Dolmetscher/eine Dolmetscherin beigezogen, da dem Gespräch schriftliche Vereinbarungen folgen. Das ist in der elektronischen Kommunikation nicht möglich.
Andererseits muss die Schule akzeptieren, dass die Information durch die modernen Kommunikationsmittel rascher weitergegeben wird: Wenn LehrerInnen ein Elterngespräch ankündigen und in der Pause bei ihnen anrufen, wurden sie von den SchülerInnen meist schon vorgewarnt. Eine Konfliktlösung ist dadurch nicht leichter geworden.
Trotzdem liegt gerade in der Vernetzung – alle sind jederzeit erreichbar – ein großes Potential. An einer HTL ist ein sehr ausgefeiltes Informationsnetz mit den Eltern mithilfe eines automatisierten SMS-Verkehrs eingerichtet: Schulinfos, Termine und Kurzvereinbarungen werden per SMS ausgesandt – automatisiert und mehrsprachig.
Oder: 70% der Erstkontakte der aufzunehmenden SchülerInnen erfolgen über die Schulhomepage. Es ist daher äußerst wichtig, die Homepages zu warten und sie als das Werbeinstrument schlechthin einzusetzen. Eltern geben viel Geld dafür aus, dass ihre Kinder elektronisch gut ausgerüstet sind. Es liegt aber in der Verantwortung der Schule, aufklärend zu wirken, damit diese gute Ausrüstung vernünftig eingesetzt wird. So gesehen auch ein Plädoyer für eine aktive Medienerziehung und eine aktive Auseinandersetzung aller Unterrichtsgegenstände mit Lernplattformen und Anwendersoftware, die neue Formen von – auch vielsprachiger – Kommunikation erlauben.

Fred Burda ist seit 2004 Schulleiter an den Schulen des bfi Wien. 1992-94 war er pädagogischer Referent im SSRfW tätig, 1994-2004 als Beamter im BMUKK, für kaufmännische Schulen tätig. Er ist Lehrer für Deutsch und Geschichte und redaktioneller Mitarbeiter von “wissenplus“.